Tagebuch

Tagebuch 24. November 2020 Schon wieder Ärger, FAZ!

Liebe FAZ, es ist schon atemberraubend, wie leicht euren Kommentatoren wie Jasper von Altenbockum und anderen Leitartiklern eurer Regierungspostille das Wort „Corona-Leugner“ in die Feder...ach ja, mittlerweile auch da: in die Tasten fließt, wenn sie über die Querdenker- und andere Protestdemonstrationen gegen das harsche Verordnungs- und Strafregime der Regierung in der Pandemie berichten.

Offenbar verwechseln sie die Strafwürdigkeit dieser Demonstranten mit der von „Holocaust-Leugnern“. Aber, meine Herren: Der Holocaust ist eine historisch erwiesene Tatsache, so wie auch der Virus eine ist, und das ist das einzige, das sie verbindet.

Nun sind viele Menschen und Mitbürger*Innen (und Wähler!) nicht unterwegs, weil sie den Virus leugnen, sondern die Weisheit der Schutzmaßnahmen gegen ihn anzweifeln, und das sollte doch auch Frakturschädeln wie denen in der FAZ mittlerweile gedämmert sein.

Ihnen dagegen dient das Tragen der Maske zur Identifizierung von Gesetzesbrechern, also dies Stückchen Stoff oder Zellulose vor dem Mund, an dessen Wirksamkeit die Regierung selbst in den Anfangstagen der Pandemie zweifelte. Viele Wissenschaftler hatten sich ähnlich geäußert.

Nun aber werden die Zweifler durch eine brandaktuelle Studie aus Dänemark in ihren Zweifeln bestätigt. Ein Versuch mit 6000 Teilnehmern, von denen nur ein Teil mit Maske ausgestattet wurde, hat ergeben, dass die Infektionsunterschiede von Maskenträgern (1,8 Prozent) und Maskenlosen (2,1 Prozent) statistisch zu vernachlässigen waren.

Masken, wie sie gebräuchlich sind, schützen also nicht, sondern wiegen nur in falscher Sicherheit!

Der Leiter der Studie, Kjell Torén, Chefarzt und Forscher für Gemeinschaftsmedizin an der Universität Göteborg, kann daher eine generelle Empfehlung an die Bevölkerung, Mundschutz zu tragen, nicht unterstützen, das widerspräche wohl seinem hippokratischen Eid, der durchaus die Angemessenheit ärztlicher Maßnahmen verlangt.

Hm, liebe FAZ und im gleichen Atemzug, Focus- und spiegelonline und alle mainstream-Medien, Öffentlich-Rechtliche und andere, was machen wir da? Wie sieht es aus? Wäre es nicht Zeit für eine große Entschuldigung an alle Maskenlosen, die zu Unrecht als „Corona-Leugner“ diffamiert wurden?

Müsste man sich jetzt nicht als Kampfkanone der Demokratie entschlossen dagegen wenden, dass den Maskenlosen zu Unrecht Bußgelder abgeknöpft werden, dass man sie zu Unrecht mit Wasserwerfern von der Straße gespült hat und über ihre vermeintliche Unvernunft mit dem Kopf geschüttelt hat, ihnen hinterhergehöhnt hat, und ja, sie zu Unrecht der Denunziation ausgeliefert hat, also auf sie, so heißt es im neuen Corona-Staat-Neusprech „Acht gegeben hat“?.

Die Bezeichnung als „Coronaleugner“, das müsste die einst bürgerlich-freiheitliche FAZ doch wissen, führt in unserer hysterisch abschüssigen deutschen Diskursdynamik schnell dazu, sie mit Reichbürgern und Rechtsextremen und schließlich Nazis gleichzusetzen und Überfälle der sogenannten Antifa geradezu zu provozieren, die dann mit Eisenstangen und Pflastersteinen auf sie – und die Polizeibeamten, die pflichtgemäß dazwischengeraten -, Jagd machen wie die linken Gangster in Leipzig Connewitz.

Die dort prügelten waren für den FAZ-Korrespondenten Stefan Locke in seinem Kommentar lediglich „mutmaßliche linksextreme Randalierer“, während ein paar Absätze weiter gelegentliche rechtsextreme Gaststättenbesucher in Thüringen einfach Rechtsextreme waren, die von Linken überfallen wurden.

Aber das nur nebenbei.

Eines aber hättet ihr bisher doch durchaus von den im Hause immer noch mit Recherche statt mit Meinung beschäftigten Redakteuren ermitteln können, denn diese Zahlen halten das statistische Bundesamt, die Krankenversicherungen und das  Robert-Koch-Institut öffentlich einsehbar: Nicht die albernen und albern-alarmistischen gestiegenen Zahlen der Neuinfektionen sind interessant – die stützen sich auf vermehrte und zum Teil auch auf fehlerhafte Tests. Nein, interessant ist nur die Zahl der Intensivbehandelten und die der Mortalität.

Du da stellt sich heraus, dass von Übersterblichkeit 2020 nicht die Rede sein kann. In 2017 sind mit 751 061  etwa soviele Menschen gestorben wie in 2020 (756 744). In den letzten 25 Jahren gab es insgesamt 10 Grippewellen mit einer wesentlich höheren Sterberate. Zu den 100 Tagen mit der größten Sterblichkeit zwischen 2016 und 2020 gehörten lediglich 4 Tage in 2020, alle vier im April (2., 6., 7., 8.).

Um nun auf die bedauernswerterweise Erkrankten (ich persönlich kenne welche) zu sprechen zu kommen – statistisch gibt es da in unserem Jahr der hysterisch herbeigebeteten Teillockdowns keine Auffälligkeiten, wenn man die Angaben der gesetzlichen Krankenkassen zu Grunde legt: diese waren 2016 und 2017 höher.

Wer also gegen die Hysterien der Regierung opponiert, ist kein Dummkopf, kein „Covidiot“, kein rechjt6er oder Holocaustleugner. Er ist ein mündiger Bürger, der sich sein Grundrecht auf Demonstration und Meinungsfreiheit inmitten dieses verordneten Gleichschritts nicht nehmen lassen will. Hätten wir Deutschen doch immer diesen Mut an den Tag gelegt.

Wie zu erwarten war, haben sich die Kirchen dem Corona-Regime gebeugt und soeben verkündet, dass sie wie schon vergangene Ostern nun auch am Weihnachtsfest die schweren Türen vor den Gläubigen verriegeln. Gerade an dem Fest im Jahr, an dem die Kirchen für viele Einsame ein Trost bedeuten und Glanz und offene Arme. Aber unsere Kirchen haben ihren Auftrag ohnehin schon vor langer Zeit verraten.

 

Und schon jetzt, werte FAZ-Schwadroneure, wo die Diskussion um Impfungen und ihre Risiken allmählich Fahrt aufnehmen, sei auf die Warnung von Dr. Robert Bell, dem ehemaligen Vizepräsidenten der internationalen Krebsforschung am British Cancer Hospital, hingewiesen, der sagte: "The chief, if not the sole, cause of the monstrous increase in cancer has been vaccination." Also auf Klardeutsch: Der Hauptgrund, wenn nicht die einzige Ursache für die monströse Zunahme von Krebs sind Impfungen.

Solltet ihr, FAZ-Kommentatoren, jetzt also auch noch den Fehler machen, solche, die gegen Impfungen Bedenken hegen, statt sich in jenem Kadavergehorsam anzustellen, der bei euch als demokratisch gilt, wenn ihr also solche als „Impfleugner“ und dementsprechend als Feinde der Demokratie abzuputzen gedenkt, könnte es wie in den Vorjahren passieren, dass durchaus weitere 10 Prozent eurer Lesern von der Fahne gehen.

Aber möglicherweise kalkuliert ihr ja schon jetzt mit staatlichen Subventionen. Dann könnte das Blatt wie einst das staatsfromme Neue Deutschland zwar Auflage machen – gelesen würde es nicht mehr.

Tagebuch 13. November 2020 Markus Söder als Merkels Pudel

Nach einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen wünschen sich 60 Prozent der Befragten Markus Söder als CDU-Kanzlerkandidat, und nun fragt sich wohl jeder, wie dieser Bäume-umarmende Franke in die Sonne dieser allgemeinen Sympathie geraten konnte, wo er doch in den Wahlen als bayrischer Ministerpräsident so ziemlich abgebügelt wurde, unter anderem von den Grünen, die damals im Höhenrausch waren.

Nun, zum einen wohl mit einer verblüffenden Häutung der normalerweise als Schwarzer Riese posierenden und seit Franz Josef Strauß als solcher festgeschriebenen CSU-Chefrolle.

Denn Markus Söder, der so ehrgeizige wie prinzipienlose Machtpolitiker hat in der CSU die Grünen entdeckt: Seine Partei sei schließlich eine christliche und daher auf Erhalt der Schöpfung angelegte Kampfgruppe aus Almbauern und Seerestaurant-Wirten, und daher schon in der DNA grün. Und damit sind auch jede Menge Anschluss-Steckdosen gelegt, in die auch Sonstgrünes eingefüttert werden kann. Zum Beispiel die Frauenquote, die wiederum noch vor dem Schutz der Schöpfung kommt, nämlich als Schutz der Frau.

Auf dem letzten Parteitag allerdings holte er sich mit diesem Vorschlag eine blutige Nase. Vor allem von erbosten Frauen, die sich diesen Paternalismus nicht bieten lassen wollten. Auf Wikipedia wird Paternalismus so definiert: "Mit Paternalismus (von Altgriechisch πά·τερ, patēr, Plural: pateres „Vater“) wird eine Herrschaftsordnung beschrieben, die ihre Autorität und Herrschaftslegitimierung auf eine vormundschaftliche Beziehung zwischen herrschenden und beherrschten Personen begründet.“

Und als Vormund hatte die Partei ihren Parteivorsitzenden nicht gedacht.

Ein Mitglied sprach auf offener Bühne aus, was viele dachten, und zwar so: „Die SPD hat die Quote bereits 1988 eingeführt – und schaut, was aus ihr geworden ist, da wollen wir sicher nicht hin.“

 

Doch Söder wäre nicht, wer er gerne wäre, nämlich ein Mann wie eine Eiche, um seinen Vorschlag nicht auf anderer, diesmal auf Bundes-Ebene zu radikalisieren. Nun regte er eine Quotenregelung für DAX-Vorstände an, griff also munter in die Wirtschaftsfreiheit ein. Franz Josef Strauß hätte ihn schon allein dafür unangespitzt in die Grünfläche vorm Landtag gerammt. Opportunismus hatte seine Statur und Natur nach nur eine Richtung zu kennen: dass sich andere an ihn anpassten.

Doch wir erleben in diesen Zeiten des Zwielichts vor allem verschwimmende Konturen, und umgekehrt: diese Dämmerung politischer Grundüberzeugungen kommt vor allem zwielichtigen Naturen zugute.

Wichtig ist hierbei, dass der gelehrige Franke, der sich Karnevalsfeiern gern mal in Madame Pompadour, mal in Shrek verwandelt, derzeit einen weiteren Rollentausch avisiert. Das eingangs zitierte Popularitätshoch spricht Bände: Kanzler, das wäre doch was!

Auch wenn Söder es ständig neu dementiert, selbstverständlich hat einer wie er Appetit auf Höheres. Selbstverständlich hat er kapiert, dass er dieses Hoch nur einem einzigen Fakt verdankt: Seine schon sklavische Ergebenheit der Kanzlerin gegenüber, besonders in Zeiten der Corona. Er ist Merkels Pudel.

Er zeigt sich gerne mit ihr. Er zeigt sich gerne bayrisch hoheitlich mit ihr, auch wenn ihr, der spröden FDJ-Sekretärin und Protestantin aus der Uckermark soviel bayrischer Prunk innerlich auf den Zeiger gehen mag. Andererseits ist auch Söder Protestant. So machte sie gute Miene. Wahrscheinlich würde sie eine Söder-Kandidatur sogar stützen, alles, solange nicht dieser Friedrich Merz wieder nach oben kommt, den die Partei zwar mag,  das Volk dagegen eher weniger, da es ihn für allzusehr auf Wirtschaft fixiert erachtet. Wobei dieses Land im Moment wohl nichts mehr braucht als einen, der rechnen und bilanzieren kann.

Wir Deutschen sind ein merkwürdiges Volk. Offenbar lieben wir Führerfiguren. Solche, die uns Lasten aufbürden, uns gängeln, ja auch schon mal „die Zügel strammziehen“ (O-Ton Söder).

Je deutlicher und strenger der Landvogt aus dem Süden auftrat, desto mehr flogen ihm die Herzen zu.

Vor allem aber assistiert er der Kanzlerin, wo es nur geht, übertrifft sie sogar an Strenge, obwohl die Zahlen bei ihm zuhause in Bayern nicht solche sind, dass in ihm der Experte erkennbar wäre.

Mit ihrem strengen Corona-Regime, ihrem voraussichtlich auf Dauer verordneten zweiten und sehr chaotischen Lockdown, der Gastwirte und Kleinkunstbühnen in den Konkurs treibt, gleichzeitig aber Nahverkehr, Schulen und andere schwer kontrollierbare Knotenpunkte unangetastet lässt, hat die Kanzlerin, man höre und staune, erneute Popularitäts-Bestmarken gerissen.

Wer gegen die Maßnahmen aufbegehrt, macht sich verdächtig. Und hier schlägt nun erneut Söders Stunde. Er schlägt vor, die „Querdenkerszene“ genauer zu beleuchten, denn in ihr könne sich der Staatsfeind verborgen halten. Bereits jetzt lässt sich eine erhöhte Denunziationslust im Lande verzeichnen. Etwa wenn eine Familie in den Ferien in der Uckermark anonym angezeigt wird.  Für solche Fälle hält auch unsere Orwellsche Sprachverschiebung das geeignete Neusprech bereit: Dann nämlich handelt es sich nicht um denunzieren, sondern um das "aufeinander Acht geben".

Schon für die  erkennungsdienstliche Durchleuchtung der Dissidentenszene werden die deutschen Wähler Söder die Stiefel küssen. Wir sind ein Volk von Untertanen, scheint mir, und wir fühlen uns geschützt und sicher in dieser Rolle. Und wenn es heute in der Innenministerkonferenz erneut darum geht, Zwischenbilanz zu ziehen in Sachen Corona-Lockdown, können wir sicher sein, in den allerstrengsten Beschlüssen Söder an Merkels Seite zu sehen.

In einem allerdings hatte Söder den Konflikt sowohl mit den Grünen wie auch der Kanzlerin riskiert: im Punkt der Grenzkontrollen, die er auf bayrischer Seite angeordnet hatte. Heute soll die Sache auf Antrag der Grünen vor dem bayrischen Verfassungsgericht verhandelt werden.

Allerdings stammt Söders Maßnahme aus dem Jahre 2018, als er sich noch um ein konservatives Profil bemüht hatte.

Zwei Jahre voller Umfragen sind eine lange Zeit.

 

 

Tagebuch 29.10.2020 Deutschland – ein panic room

 

In unserer woken Abwehrschlacht gegen das Virus sind andere Gefahren ins Hintertreffen geraten, an die wir nun unsanft erinnert wurden. Zum Beispiel an die des nach wie vor mordlüsternen Islam, der nun einen Lehrer in Frankreich auf dem Gewissen hatte bzw köpfte. Sowie in Dresden zwei Touristen aus NRW traf, wobei noch nicht klar ist, ob er nun den Täter Abduklklah Al H.H. nicht nur, bzw. sogar auf Grund einfacher Homophobie bewegt haben könnte. Doch eines hat sich erneut bewahrheitet, nämlich die Weisheit der Katrin Göring Eckart, die einst sagte: „Ohne den Islam wäre es langweilig in Deutschland.“

Und damit es spannend bleibt, wird soeben ein neues Massaker im Namen des Propheten vermeldet, wieder in Nizza, dieser durch den düsteren Terror im Zeichen des Halbmondes nun wahrlich gebeutelten Stadt an der Cot d'Azur: Drei Tote werden vermeldet, eine Frau in der Nähe einer Kirche enthauptet. Da kann man nur sagen: wenn man da kein freundliches Gesicht zu macht, ist das nicht mehr mein Land

 

Diese Bilder der Bundespressekonferenz sind schon Routine. Kanzlein Merkel verkündet neue „bittere“ Einschränkungen, an ihrer Seite ihr Lieblingspapagei Söder mit dem weißblaubayrischen Bratenschutz vor dem Mund, eifrig nickend und stets versucht, und die Chefin an Härte und Gnadenlosigkeit rhetorisch zu überbieten. Ab sofort wird mit Notverordnungen durchregiert, eine Notregierung an der Spitze muss in diesen schweren Stunden schwere Entscheidungen treffenKein Spaß, keine Begegnung, Lachen möglichst nicht (Areosole), aber wer will das schon, und Disko geht garnicht, hehehe. Wen erinnert das alles nicht an das hier? Das wurde sehr schön kommentiert durch ein Jugendfoto des schwarzen Verbots-Bären aus dem Süden.

 

Was im Moment passiert: Wir ziehen uns in den panic room zurück und sind ganz leise, damit uns das Virus nicht hört. Die NZZ schreibt dazu: „Die neusten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wirken wenig durchdacht, unverhältnismäßig und willkürlich.“ Aber als ich gestern abend in den Nachrichten selbst Campino auf der Protestseite sah, war mir klar – jetzt hat die Kanzlerin ernste Probleme. Ihr ernstestes überhaupt: ungünstige Bilder.

 

Die sind aber noch nichts gegen die, die Karl Lauterbach abgibt, wenn er den Mund aufmacht. Seine Zähne: ein Trümmerfeld. Seine Vorstöße: der reinste Irrsinn. Nun will private Räume kontrollieren: Sturmtrupps marschieren in den Wohnzimmer auf, um den korrekten Sitz der Masken zu überprüfen.

 

Der StandUp-Comedien Ludker K. hat eine wunderbare Nummer über den durchgeknallten Corona-Experten im Repertoire, der nach Ansicht seiner ehemaligen Ehefrau nicht die geringste Ahnung von Virologie und Seuchenbekämpfung hat. Man solle einfach mal googeln unter dem Stichwort „Karl Lauterbach warnt...“

Er warnt vor so ziemlich allem, vor einem brain fog wie vor Gütersloh...

https://www.youtube.com/watch?v=y3pnNcBepoU

(ab 1:36)

 

Zur großen (und seltenen) Debatte im Parlament hielt AfD-Fahrensmann Gauland eine staatstragende Rede, die weniger laut als sonst von Gegnern der Redefreiheit mit ihren stets giftigen aber noch öfter verblödeten und ungenauen Zwischenrufen unterbrochen wurde, wahrscheinlich waren die Grünen noch nicht aus den Betten.

Der alte Gauland sprach davon, dass das Leben voller Risiken sei, und dass wir diese wohl hinzunehmen bereit seien, wenn es um den Straßenverkehr gehe. Auch hier gäbe es eine einfache Maßnahme, die Todesrate auf Null – entschuldigung – „herunterzufahren“. Indem man ihn verbietet. Es gebe allerdings auch abgestufte Maßnahmen wir etwa das Alkoholverbot etc., die die Todesgefahr erheblich einschränkten. Könne man nicht so auch mit Corona verfahren? Müsse man tatsächlich Konzerte untersagen, obwohl sämtliche Konzertkarten übers Internet gebucht werden und damit eine vollständige Personenkontrolle existiere. Im übrigen sei bisher keine einzige Infektion durch ein Konzertbesuch bekannt.

Dass er dann auch noch unseren Freiheitsdichter Friedrich Schiller zitierte mit dem Satz „Das Leben ist der Güter höchstes nicht...“ verlieh der debatte kurzfristig einen enormen Niveau-Zuwachs.

 

Ich schreibe hier übrigens nicht ohne Eigeninteresse gegen den lock down an, denn das jetzt ebenfalls verfügte totale Besucherverbot bei Bundesliga und Championsleague-Heimspielen trifft insbesondere die echte Liebe Borussia Dortmund. Wer die Spieler gestern über den Rasen trotten sah wie bei einem Seniorenspaziergang zu einem Diavortrag über Bergblumen, der verlor die Lust auf alles. Sogar auf Fussball.

 

Friedrich Merz hat sich gemeldet und darüber beschwert, dass der CDU-Nominierungsparteitag in Stuttgart verschoben worden ist. Tatsächlich hat die Merkel-Beton-Fraktion, der ein Kandidat Laschet lieber wäre als ein bereits schon einmal von Merkel in die Wüste geschickter und entsprechend geladener Merz, die Corona-Fuchtel ausgepackt, um Laschet Zeit zu verschaffen, noch ein paar Punkte gut zu machen.

Merz Vorstoß hat mir gefallen, auch wenn die FAZ gequälte 2 Spalten darüber räsonniert, dass der Kandidat auf die Kandidatur „die Partei spaltet“. Lyriker Jasper von Altenbockum hauchte „Die CDU wird den Streit, welcher Politikertyp sie führen soll, nicht ohne Wunden überstehen.“ Nun, die Partei hat ihren eigenen programmatischen Exitus unter einer FDJ-Sekretärin, die mit deutschem Steuergeld die Welt retten möchte, überstanden, da wird sie auch ein paar Ruppigkeiten eines Mannes, der endlich ran will, nicht aus dem Gleis werfen. Im übrigen hat der Vorgang Merz, an dessen Killerqualitäten ich zu zweifeln begann, wieder näher gerückt, denn einen Killer braucht die CDU, um wieder zu jener Truppe zu werden, die mal wählbar gewesen ist.

 

Aber selbstverständlich sind wir hier in Deutschland zunächst einmal im US-Wahlfieber, und wir wünschen uns so vollständig und hundertprozentig Joe Biden, dass die Presse und die öffentlich rechtlichen Sender vermeiden, über ihn zu berichten. Höchstens mit der Zeit-typischen Blümchenprosa wie: „Er ist so sympathisch und integer – kann so einer überhaupt Präsident werden.“

 

Nun könnten sie, die Medien, die Frage selbstverständlich präzisieren, und einfach mal nachfragen, was es mit der Erpressung der ukrainischen Regierung auf sich hatte, mit der sich unser integrer Joe Biden am 20. September 2019 gebrüstet hat. Damit, dass er dafür gesorgt hatte, dass der ukrainische Generalstaatsanwalt Viktor Shokin gefeuert wurde. Dessen Vergehen? Er war in seinen Untersuchungen der halbseidenen Burisma Holding, die mit Naturgas Geschäfte macht, auf eine 3 Millionen Dollar Zahlung an Hunter Biden gestoßen, den Sohn von Joe Biden. Unschön. Weshalb Shokin gehen musste.

Und um zu unterstreichen, dass er ernst meine, fügte Joe Biden, Vizepräsident der Vereinigten Staaten, auf einem Blitzbesuch in der Ukraine hinzu: soll das nicht passieren, werde es auch die Milliarden-Bürgschaft nicht geben, die er im Gepäck hatte. „Ich gebe euch genau vier Stunden Zeit“. Die Punchline: Shokin wurde gefeuert, das Publikum lachte. So geht man mit „diesen sons of bitches um“, setzte Biden hinzu

https://www.youtube.com/watch?v=UXA--dj2-CY

 

Ferner war der ehrenwerte und tattrig wirkende Biden, der bei früheren versuchen, Präsident zu werden, aber immer wieder durch Lügen und Plagiate  immerhin gegen Ende seiner Vizepräsidentschaft hellwach, als es darum ging, die Familie zu versorgen. Er nahm seine Söhne mit auf Vorstellungstour durch Kazachstan, die Ukraine, Oman, Russland, China, um sie diversen Oligarchen als Aufsichtsräte für diverse eher halbseidenen und unter Korruptionsverdacht stehende Unternehmen anzudienen. Belege dafür lieferte Tony Bobulinski, ein Geschäftsfreund von Hunter Biden und Naqvy-Officer, der zweimal des längeren mit Joe Biden über private mögliche Business-Deals in China gesprochen hatte. Er erschien zu einem entsprechenden Interview mit Tucker Carlson von Fox News bepackt mit Korrespondenzen, e-mails, Tonaufnahmen, um seiner Behauptungen zu belegen – außer Tucker nahm sich keiner der Sache an.

https://www.foxnews.com/opinion/tucker-carlson-tony-bobulinski-joe-biden-hunter-biden-china

 

Aber wir haben ja noch Zeit, um alles aufzuarbeiten, was so liegen geblieben ist in den letzten Wochen, in denen wir den Virus bekämpft haben. Genau gesagt: Noch 5 Tage.

 

Und da wir den Kontakt zu unserer woken Jugend nicht verlieren wollen, die hier zum Ausklang noch ein Gedächtnisbildchen, und zwar der Linksjugend Hamburg, die des Helden Alexander Marinesko gedenkt, der die Wilhelm Gustloff mit 9000 Menschen auf der Flucht versenkte

Torpedo 1 für das Mutterland

Torpedo 2 für Leningrad

Torpedo 3 für die Sowjetbevölkerung

Da sage noch einer, die Jugend interessiere sich nicht für Politik.

 

 

 

Tagebuch 18.-20.10.2020 Fleischhauer-Rant, Maron-Liebe, das Goldene Kreuz

Hier oben an der See scheint die Welt noch in Ordnung. In der Kirche Stella Maris in Kappeln hängt noch der Ährenkranz vom Erntedankfest neben dem Altar, die Sonne wirft farbige Kleckse durch Kirchenfenster und der Ort an der Schlei, zum ersten Mal urkundlich erwähnt 1391, strahlt im Goldenen Oktober und auf dem Pflaster-Gässchen sind Familien unterwegs, und längst nicht alle tragen diesen Lappen im Gesicht, hier ist die Hysterie fern, aber im Rest Deutschlands....?

 

 

Kanzlerin Merkel droht mit der Bundeswehr; der RKI-Chef schlägt innerstädtische Absperrungen vor; in Essen gibt die Stadt über Internet Bögen zur Denunziation von Corona-Verstößen aus, denn alles muss seine Ordnung haben, merken wir eigentlich noch was?

In Brandenburg wird eine Familie, die Urlaub macht, anonym denunziert; Söder, der üble fränkische Vogt, will die „Zügel anziehen“, ich schlage hier vor, dass er demnächst seine Maske grüßen lässt wie man einst den Gessler-Hut zu grüßen hatte, wobei das ja jetzt schon der Fall ist, oder will einer behaupten, dass Söder mehr ist als nur eine Charakter-Maske im Marx’schen Sinne, ein Vertreter seiner Kaste, der schwarze Sheriff aus dem Süden, der Brutalokarrierist, der das masochistische Verhältnis der Deutschen zur Staatsautorität verkörpert wie kein zweiter: je autoritärer die Politiker auftreten, desto inniger wird ihnen der Stiefel geküsst...

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Was ist nur los in diesem Land? Der Fall Monika Maron https://www.matthias-matussek.de/ohne-helden-werden-wir-nicht-auskommen-der-fall-monika-maron/

zeigt vor allem Eines: Da wirkt nicht nur der widerliche Triumphalismus der Westdeutschen Linken durch Steinmeier, Joschka Fischer und Konsorten nach, sondern die ebenso widerliche Wiederkehr des Ostdeutschen SED-Totalitarismus durch die Erste FDJ-Sekretärin im Lande aus dem SED-Jasager Milieu, sowie den Berliner Demoverbots-Innensenator Geisel, einst SED, jetzt SPD, und weiter den SED-Heini Lederer, der den Stasi-Aufklärer Hubertus Knabe zur Aufgabe mobbte – die Reihe lässt sich fortsetzen!

Beide Seiten, West- und Ost-Linke, haben innerhalb der Regierungszeit Merkels die demokratischen Spielregeln versaut. Warum musste sich das Schlechteste aus zwei Welten hier verbrüdern?! Mein FB-Freund Rainer Gebhardt, Ossi, postet auf FB: da bist du den Wölfen entkommen und wirst jetzt von Läusen aufgefressen...Der Spiegel schreibt über Maron, sie sei in den „letzten Jahren durch rechte Positionen auffällig geworden...“ wahrscheinlich merken die Zuträger dort drüben selber gar nicht mehr, was sie da tun

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Ein Bericht der FAZ über die Frankfurter Buchmesse: das Echo der Schritte in den leeren Hallen, das „Nichten des Nichts“, Geisterlesungen mit mir unbekannten Autoren und Denis Schecks Schuhsohlen, alles ganz nett und gruselig, allerdings fehlen die Worte „Monika“ und „Maron“, die tatsächlich abgründigsten des derzeitigen Literaturbetriebs, schade, ich hätte gerne wieder meine Freunde auf Joachim Unselds Party getroffen, Martin Mosebach, Rüdiger Safranski, Armgard Seegers und ihre Tochter Laura, auch Jan Fleischhauer...

 

Ich sollte inzwischen gelernt haben, mich zu beherrschen, aber vorgestern platzte ich vor Wut und musste es gleich auf FB rauskotzen: ich hatte auf Instagram das Foto entdeckt, das Jan gepostet hatte mit seinem neuen Buch, einem Recycling seiner Kolumnen unter dem Titel „How dare you“ Untertitel:  „Der Vorteil, eine eigene Meinung zu haben“, und auf dem Cover sein grinsendes Konterfei, frivol!

Ich Depp. Hätte mich beherrschen sollen. Schließlich gibt es das Tagebuch, dem ich mich anvertrauen kann, ein wunderbare Medium der Selbstentblößung, zum Dampfablassen...Marcel Reich-Ranicki kritisierte mal eine Autobiographie, die Privates weitgehend aussperrte, mit den Worten: Eine Striptease-Tänzerin, die Hemmungen hat, sich auszuziehen, hat ihren Beruf verfehlt. Also weg mit den Klamotten, vielleicht ist das Private ja wieder politisch...

Na ja, jeder ist wie er ist, und Jan ist eben so. Ich wäre nicht 30 Jahre lang mit ihm befreundet gewesen wenn er nur Arschloch wäre.

Aber dass er sich nach meiner Geburtstagsfeier von mir so demonstrativ distanzierte wie Reinhold Beckmann, nachdem sich beide bei mir königlich amüsiert hatten, das hat ihn so klein gemacht. Ende einer Freundschaft aus politischen Gründen. Er schrieb folgsam im Spiegel, dass er mich politisch schon immer für blind gehalten habe und meine Rede auf dieser Demo gegen Merkel, immerhin gegen verdammte 10 000 Antifanten, habe bewiesen, dass ich „ein Fall für die Klapsmühle“ sei.

Nun hatte er, was ich nicht wusste, in jenen Tagen mit dem Focus über einen lukrativen Vertrag verhandelt und wollte sich distanzieren. Ja ja, „Vom Vorteil, eine eigene Meinung zu haben“ - deine Mudder! Er hat sich schon immer wesentlich geschickter durchlaviert als ich, und eben „den Vorteil“ erkannt, nämlich Kapital aus seiner salonhaften Dissidenz zu schlagen. Er kann sich eben benehmen. Er demonstriert mit abgestrecktem kleinen Finger.

 

Mann, wir waren eng, unsere Kinder wuchsen gemeinsam auf, er war mit Familie bei uns in Rio zu Gast und feierte mit uns an der Copacaban Sylvester, ganz in weiß wie es die Sitte ist, , ich besuchte ihn in den USA und half ihm mit seinen Reportagen, da längere Texte nicht sein Ding waren, seine Spezialität war eher die notorisch bekannte Spiegel-Nachrichten-Geschichte über drei kurze Spalten in der notorischen gehässigen anmaßenden Spiegelsprache, die Enzensberger schon in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts auseinandergenommen hatte, eigene Meinung, ich lach mich schief, Jan... wir haben so viel gemeinsam erlebt, beruflich privat, ich war mit seiner Ex-Frau befreundet lange bevor er sie kannte und bevor ich die Liebe meines Lebens traf, er zitierte mich, ich zitierte ihn, denn seine leidenschaftslose Analytik mochte ich – und da nennt er mich öffentlich einen Dummkopf! Nachdem er auf meiner Geburtstagsparty gesprochen und mich gerühmt hatte, war ich plötzlich der Idiot, als alle über mich herfielen: die Zeit, die Bild, Sigmar Gabriel, Böhmermann, die Antifa sowieso, „eigene Meinung“, ich lach mich schief, wo sitzt die denn bei dir, im Magen? würde jetzt Gottfried Benn sagen, er hatte Spaß auf meiner Party, bis das Frettchen Böhmermann das Fass aufmachte, noch in der gleichen Nacht über FB, weil ich neben Jan und anderen Freunden vom Spiegel einen weiteren buddy eingeladen hatte, Mario, einen netten Kerl von den Identitären, mit dem ich durch Syrien gereist war und für eine Hilfsaktion der IB die Flüchtlingslager im Libanon besucht hatte, dieser Mario hatte sich mal gegen die Linksradikalen gewehrt, war verurteilt worden in Bremen, wo sonst, wegen „provozierter Notwehr“...nun ist er als vorbestraft gebrandmarkt, chancenlos, und im Überwachungsstaat ein politischer Virenträger, ein Superspreader, wo die Kontaktschuld gilt, Jan hätte sich mit ihm mal unterhalten sollen, ich glaube, er hat das sogar selber gesagt irgendwann später in einer Phönix-Runde, selbstkritisch, Jan, du Idiot, aber das bleibt ja hier alles unter Verschluss...

Mario hat einen sehr coolen Vater, Ingenieur, bürgerlich, ich war mit beiden in „Once upon a time in Hollywood“, wir haben an den gleichen Stellen gelacht, das ist für mich immer der Nichtarschloch-Nachweis, natürlich ist Mario nicht rechtsradikal, vielleicht war er‘s mal, aber er lässt sich von den Antifa-Schlägern nichts bieten...ich glaube nicht an Kontaktschuld und davon abgesehen sowieso und überhaupt an eine zweite Chance für junge Menschen, so wie ich nach meinen linksradikalen Anwandlungen in der Jugend auch ein zweite Chance bekam...Ich muss das Tagebuch nachher wegschließen, geht keinen was an...

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Der Untertitel zu Jans Buch ist: „Der Vorteil, eine eigene Meinung zu haben“, schon klar, wenn man es macht wie du,  Jan...Besonders makaber wirkt dieser „Vorteil“ angesichts des Rauswurfs von Monika Maron durch den Fischer-Verlag. Sie wurde mit knapp 80 Jahren gefeuert, weil sie eben tatsächlich eine eigene Meinung hatte, die ihr NICHT zum Vorteil gereichte.

So wie damals ihr kritisches Buch „Flugasche“ in der DDR unterdrückt wurde und sie zu Fischer kam, wo sie vierzig Jahre lang – mit Erfolg und unter Beifall der Kritik - veröffentlichte.

Diese bleibt jetzt merkwürdig stumm, das Pack steht geradezu verlegen zurück, das Rezensionsgewerbe, das schon von Balzac in den „Verlorenen Illusionen“ auseinandergenommen wurde, die Branche, ertappt in ihrer Feigheit und Verschlagenheit, weil sie weiß, sie hat die Monika Maron auf dem Gewissen, Julia Encke aus der FAS, ich war mal befreundet mit ihr, dann dieser intrigante Kämmerlings in der Welt, die Berliner Zeitung und ihre Redakteurinnen, ja, es waren insbesondere Frauen, die sie abschossen, und auch mit einer der beiden waren meine Frau und ich befreundet, früher, im Mesolithikum, also vor Merkel und dem Dunkeldeutschland.

Jeder war doch mal mit jedem befreundet in diesem Kulturirrenhaus, oder wenigstens ordentlich befeindet, was ist plötzlich passiert?

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Der Unterschied zwischen Maron und Jan (jenseits der stilistischen Klasse)? Maron wurde von diesen Redakteurinnen der Berliner Zeitung gefragt, warum sie sich nicht von ihrer Freundin, der Verlegerin und Buchhändlerin Susanne Dagen distanziere, von Susanne also, die früher (Mesolithikum) mehrmals als Buchhändlerin des Jahres ausgezeichnet worden war und die einen Band mit Essays ihrer Freundin Maron herausgebracht hatte und nun unter Rechts-Verdacht geraten war, weil ihre Bücher von Götz Kubitschek vertrieben werden?

Die heutzutage wohl verblüffende Antwort Marons: „Ich grenze mich grundsätzlich nicht von Freunden ab, nur weil wir vielleicht unterschiedlicher Meinung sind.“

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Unser Land ist am Arsch, runtergeranzt zu einer linken Müllbude wie die besetzte Mietskaserne Liebigstraße 34 in Berlin, diese Ruine, und jene andere, die mal ein Flughafen sein sollte, sie sind die abgebrochenen Twin Towers dieser linksgrünen Katastrophenstadt, die Wahrzeichen der Berliner Republik, die mit einem so großen Versprechen begonnen hatte in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Eine Rutschfahrt in den Schrott in diesen 15 Jahren seit dem Sommermärchen 2006, der WM in Deutschland, seit Merkels Regierungsantritt.

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Einige FB-Freunde meinten, besser die halbe Wahrheit im auflagenstarken Focus als die ungeschminkte beim auflagenärmeren Tichy, aber das gilt für mich nicht. Mir genügen ein Dutzend Leser, sei es in diesem Tagebuch oder wenn ich über Hölderlin schreibe und darüber, was er mit Pink Floyds „Shine on you crazy diamonds“ zu tun hat. Und wenn ich einen Fluglehrer wie meinen Freund Rüdiger Safranski an meiner Seite habe, und mit ihm aufbreche in diese Räume, diese Welten, ist alles in Ordnung

https://www.matthias-matussek.de/shine-on-you-crazy-diamond/

 

Oder wenn ich für die Weltwoche durch Rumänien fahre und mit dem Fallschirmjäger spreche, der Ceaucescu erschoss und mit dem einstigen Tennisstar Ilie Nastase und dem Popen in der Orthodoxen Kirche in Bukarest, und durch Siebenbürgen und Draculas Schloss besuche...

 

Unter Journalismus stellte ich mir immer Heinrich Heine oder Joseph Roth vor, schriftstellern und reisen und abenteuern und irgendwann den Literaturnobelpreis kriegen und nicht mit zusammengekniffenem Hintern im Büro sitzen und Meinungen absondern, auch wenn sie gefällig und süffisant formuliert sind, sicher, das auch, aber nicht nur, und ich glaube, ich habe die schönsten Jahrzehnte des Journalismus erlebt, ich hatte Glück.Hugh. Ich habe gesprochen.

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Haben doch die Idioten von Panorama versucht, die AfD hygienepolitisch zu erledigen und waren sich nicht zu blöde, die von mir letzthin beschriebene Tagung der Alternativen Medien durch die großen Panorama-Scheiben des Tagungssaals zu filmen und zu entdecken, dass der Maskenpflicht nur lückenhaft nachgekommen wurde. Was logisch ist, denn Tagungsleiter Petr Bystron erklärte den verdutzten Panorama-Reportern, dass die AfD gegen die medizinisch völlig unsinnige Maskenpflicht klage, weshalb nun mit Maske aufzutreten doch wohl reichlich widersprüchlich sei.

Wobei, das sei hinzugesetzt, die Maske beim Gang durch die Stuhlreihen immer wieder angemahnt wurde angesichts der Panorama-Kameras draußen vor der Fensterscheibe. Dennoch müsste endlich klargestellt werden: wir werden das Virus auf Dauer nicht fernhalten können, es kommt nicht auf die Zahl der Infizierten an, sondern auf die der tatsächlich Erkrankten, im Übrigen: eine Maske schützt medizinisch allenfalls zu 10 Prozent, während sie an frischer Luft purer Humbug, dämliches virtue signalling und eher schädlich ist, denn sie hält die CO2-Produktion des eigenen Ausatmens vor der Nase fest.

Und die Medien unterstützen weiterhin den Panikkurs der Regierung, unterstützen Merkel, die über den Ausnahmezustand verfügt und dadurch nach der politischen Theorie Carl Schmitts klar macht, dass sie der Souverän ist, und Legislative und Exekutive vor aller Augen verschmilzt ohne dass es zu Protesten kommt, und nach wie vor und weiterhin werden die Ausnahmeverbote lediglich mit den Zahlen der Neuinfektionen begründet und nicht denen der tatsächlich Erkrankten, den einzig relevanten.

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Zur AfD: Ich werde diese Partei, in der ich viele kluge Leute und Freunde traf, weiterhin unterstützen, und zwar aus Demokratie-politischen Gründen, auch wenn ich damit für manche nicht mehr clubable bin. Sie ist die einzige parlamentarische Opposition, die die Übergriffigkeiten der Regierung kritisiert und tatsächlich eine Alternative bietet zu einer Politik, die ich für ein Unglück halte. Im AfD-Programm werden basisdemokratische Reformen gefordert, was früher Sache der Grünen war, bevor sie sich verfettet auf die dunkle Seite der Macht geschlagen haben.

Die AfD fordert einen gesunden Patriotismus, fordert „Germany first“. Das erwarte ich schon von der Kanzlerin.

Im Übrigen hat sie in Gottfried Curio einen Redner, der in Temperament und rhetorischer Brillanz an frühere Kaliber wie Strauß, Wehner, Brandt erinnert und Milchgesichter wie Christian Lindner, der mal, das hatte ich mir von ihm erhofft, aus der FDP eine echte Oppositionspartei hätte formen sollen, statt eine Akklamationstruppe, wie einen Handyverkäufer aussehen lässt. Ach ja, gestern hat Jan über Instagram ein live-Gespräch mit ihm geführt, zwei politische Milchgesichter untereinander.

Zwei, die sich enorm von der AfD distanzieren, um sich nicht zu verbrennen, denn sie glauben an Kontaktschuld. (Siehe oben). Doch ich halte es für eine Unverschämtheit, wenn ein ehemaliger Linksradikalenkader wie Steinmeier behauptet, die AfD mache die „Menschenrechte und Demokratie verächtlich“. Das fließt dem einfach so über die Lippen, ungestraft,

Sicher gibt es Irre in dieser Partei wie den Touretter Lüth, der in einer ProSieben-Reportage als widerlicher Schwätzer mit Nazisprüchen überführt wurde, aber der ist ein Einzelner, für den sich alle schämen und der prompt rausgeflogen ist.

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Ein Freund postet auf FB das Inhaltsverzeichnis des Spiegel. In der Rubrik Kultur, ein Trauerspiel, werden gerade mal vier Themen angeboten, und eines davon heißt: „Wie kann eine Ehe funktionieren, wenn sie stramm rechts ist und er eher links?“ Ein echtes Frauenjournal-Thema, das Private ist längst politisch geworden. Könnte in der Brigitte stehen. Ist aber, unter heutigen Bedingungen hochpolitisch.

Desweiteren: ein Interview über Beuys, dem die Nazijäger posthum auf den Pelz rücken, ich schätze, bei der nächsten Beuys-Werke-Schau wird es Kawalle geben. Und weiter in der Spiegel-Kultur: die erschütternde Wahrheit über Leni Riefenstahl, die nämlich „in der NS-Zeit rücksichtslos ihre Karriere verfolgte“. Ach was! Die Spiegel-Kultur - eine Außenstation des Antifaschistischen Kampfes des Blattes.

(Ich erinnere mich hier an ein Gespräch mit Ted Turner, dem CNN-Gründer hoch oben in seinem Wolkenkratzer in Atlanta, der Riefenstahl-Filme auf dem Couchtisch liegen hatte und von ihr schwärmte. Lauter Nazis!)

Ich stelle mir kurz das Grauen vor, hätte man mich damals nicht weggemessert, in Wahrheit nicht wegen meines aufbrausenden Temperaments, sondern weil ich einen strikt konservativen Kulturbegriff im Auge hatte, etwa mit einem 7-Seiten-Gespräch über die Hegels "Phänomenologie des Geistes" gelegentlich ihres Jubiläums, mit Sloterdijk und Safranski, oder Titel schrieb über Mozart, die Schönheit, die Todsünden, oder die Deutsche Romantik, oder dass ich mich einsetzte für die Elb-Philharmonie und den Wiederaufbau des Schlosses und das eher gegen das eigene Ressort durchsetzen musste, das seit Karaseks Abgang in linker Phantasielosigkeit vor sich hinmüffelte : die spätere Chefredakteurin Susanne Beyer plädierte dafür, dass man statt der repräsentativen Philharmonie doch den Blockflöten-Unterricht in den Arbeitervierteln wie Wilhelmsburg fördern sollte, und in Sachen Berliner Schloss versuchte sie, den Visionär Wilhelm von Boddien mit eibnem Artikel aus bösartigen Gerüchten aus dem Verkehr zu ziehen. Ich war misstrauisch geworden und forderte sie auf, in meinem Beisein über Lautsprecher ihre angebliche Quelle anzurufen, einen Anwalt, der sich dann an die von ihr zitierten Aussagen prompt nicht erinnern konnte.

Hätte ich aber nun bis heute den Niedergang der Spiegel-Kultur als Chef begleiten müssen, wäre ich verrückt oder anders krank geworden, Gottes Wege sind wundersam und stets das Beste für mich, auch wenn sie zunächst wie Demütigungen aussehen.

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In der Post ein Heft zum Berliner Schlossbau. Was für eine Pracht! Und was für ein kluger Aufsatz von Peter Stephan über die „Metaphysik des Dienens“, ein Essay, der den „angeblichen Skandal um das Kuppelkreuz“ ins Licht rückt, denn darüber hatte es ja tatsächlich Streit gegeben. Über das Kreuz und die Kuppelinschrift, nach der im Namen Jesu alle die Knie beugen sollen, „die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind“. Darin sei ein Dominanzanspruch enthalten, der andere Religionen ausschließe.

Ach ja? Aber was denn sonst!? Wir nennen uns das christliche Abendland und nicht das islamische, hinduistische, laozistische. Wir haben dem Christentum neben anderem auch die Baukunst zu verdanken. Sagen wir es mit Chesterton: „Das Christentum mag in seinen Widersprüchen die orientalischen Religionen sogar übertreffen – aber es baut bessere Straßen.“

Und wie dieses Schloss tatsächlich zustande kam, als Vision des Landmaschinen-Verkäufers Wilhelm von Boddien. Ich rufe ihn an und beglückwünsche ihn. Über 100 Millionen hat er gesammelt, um seine verrückte und anfänglich aussichtslose Vision Wirklichkeit werden zu lassen: Nach der Wende hatte er die geniale Idee, einen Riesenprospekt zu spannen, auf den die Fassade des von den Kommunisten gesprengten Schlosses gemalt war. Sie hatten dort, leicht versetzt, einen hässlichen Klotz namens „Palast der Republik“ hingesetzt. Merke: Sozialisten hassen das Schöne, das Gewordene, die Tradition, denn sie halten sie für Ausdruck von rückschrittlicher Gesinnung.

Und wir durften träumen, Anfang der 90er, wenn wir an dieser Leinwand vorbeifuhren. Natürlich hatte die Idee eines Wiederaufbaus des Schlosses erbitterte Feinde. Man müsse die Wunde zeigen, die der Krieg gerissen habe, und man müsse sie sie offen halten, schrieb der damals noch nicht konservative Ulrich Greiner in der Zeit (auch er übrigens mein Geburtstags-Partygast). Was natürlich Blödsinn war, denn das Schloss wurde von den DDR-Kommunisten erst 1950 gesprengt.

Ferner: Man dürfe nicht fingieren. Und überhaupt: Ornament ist Lüge. Der ganze restlos trivialisierte Kram der Moderne-Theorien wurde von Feuilleton-Avantgardisten mit roten Brillenbügeln aufgefahren, um die Schlossbefürworter als Hinterwäldler und Deppen wegzufegen.

Und dann bekam ich die Gelegenheit, im Spiegel über die Sache zu schreiben. Besser: über die Brache, denn dort, wo das Schloss hin sollte, war damals nichts als hässliche Leere. Und ich wunderte mich anlässlich eines Empfangs dort, „dass keiner an dem Mangel würgt, den die gähnende Brache verkörpert, ein Aufmarschgebiet, das nur für Kolonnen schreiender Menschenmassen taugt und den totalitären Terror des Gewöhnlichen...“ Ich schrieb ein flammendes Plädoyer für den Wiederaufbau, und der Bauherr und Träumer Wilhelm von Boddien behauptet, dass dieser Artikel (damals hatte der Spiegel noch Wumms) die Sache ins Rollen brachte.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7937888.html

Ich halte das für übertrieben, aber tatsächlich änderte sich der Ton der Debatte.

Und dann sprach er mich auf meine Geburtstagsfeier an, an der auch er teilnahm. Und wie fies die Berichterstattung darüber war und wie unmöglich die spätere Distanzierung von Reinhold Beckmann – offenbar hatte er die von Jan übersehen.

Aber zum Schloss: Heute steht es und wird golden gekrönt mit einem Kreuz. Wie fantastisch der Wille eines Einzelnen wirken kann!

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Ein Spruch über das Alter, gefunden in einem Text von Botho Strauß, der den Schriftsteller Marcel Jouhandeau, einen Vertreter des renouveau catholique, zitiert: „Das Alter erscheint mir mehr und mehr nicht etwa als der düstere Vorhof des Todes, sondern als der große Urlaub nach der Überanstrengung der Sinne, des Herzens und des Geistes, die Leben hieß.“

Dann schaue ich auf die ruhige Ostsee und die weißen Wolkengebirge darüber im blauen Himmel und denke mir: stimmt!

Tagebuch 8. – 11. Oktober 2020 Rütli-Berlin-Ostsee

 

Berlin ist immer eine Reise wert, schon um die Katastrophe zu betrachten, welche linke Kulturtheorien in der Praxis anrichten.

Am Abend, an dem ich aus der Schweiz, der lieblichen, in der sogenannten Hauptstadt ankam, streiften die verwirrten Sympathisanten der Hausbesetzer aus der Liebigstraße 34, welche dann doch einer beeindruckenden angerückten 1500-Mann-Brigade der Polizei gewichen waren, durch die Stadt und ließen dort Luft ab, wo kein Widerstand zu erwarten war, nämlich in Berlin Mitte, wo meine Schwiegermutter lebt.

Um ein paar Schaufenster einzuschlagen und zu versuchen, Boutiquen auszuräumen, in der Nähe der Hackeschen Höfe, die vor 30 Jahren vom DDR-Ruß befreit und zu gekachelten Jugendstil-Flanier-Vierteln freigelegt wurden, damals, als Berlin tatsächlich noch voller Versprechen war.

Mittlerweile hat es erschöpft aufgegeben und alle 20er-Jahre-Allusionen sind abgefallen und runtergerutscht wie die Marketing-Schlacke mittelmäßiger und vergaunerter Bürokraten, die nun als Berliner Schnauze noch einmal dick aufgetragen wird. „Wat kiekste denn so“ - „Ick liebe dir oooch“ - eben dieses Kurt-Krömer-Gelalle. Im öffentlichen Dienst werden 800 000 Beschäftigte ausgehalten, also jeder Dritte. Bezahlt werden sie aus Bayern und Baden-Württemberg über den Länder-Finanzausgleich.

Keiner hat diese Geisterbahn-Gesichter der Regierenden so genau und ätzend aufs Papier gebracht wie der Künstler Stefan Klinkigt aus Dresden - seine Porträts sind Röntgenaufnahmen der Deformationen durch die Macht.

Nun sind Hauptstädte nicht die leichtesten sozialen Gefüge. Paris wird von islamischen und afrikanischen Banlieus umlagert, in London liefern sich somalische und pakistanische Ghetto-Krieger Schlachten, doch nur in Berlin haben sich linksradikale Bürgerkinder zu subventionswürdigen Stämmen und Ruinenbewohnern zusammengefunden, die mit einer ideologisch sympathisierenden Politik die zukunftsweisenden sozialistischen Utopien teilen – auf Twitter werden Fotos aus dem heruntergeranzten besetzten Mietshaus vorgezeigt wie Habitate seltener, aber bewahrenswerter Spezies, deren Gruselbalzrituale eifrig besprochen werden.

Ein Tom Münch twittert „Ist traurig, dass man sich in Deutschland so massiv gegen Piolitik und Wirtschaft und Polizei wehren und verschanzen muss um nicht durch Konzerne und ihre Lobbyisten unterdrückt und vertrieben zu werden. Eine Schlacht ist vorbei der Kampf geht weiter.“ Oder, Timo Dzenius, immerhin Bundesvorstand Grüne Jugend: “Erst wenn die letzte Wohnung dem Markt übergeben ist werdet ihr merken, dass der Kapitalismus ‚ne verdammt blöde Idee ist. #Liebig34“ Da hält doch prompt der Darktrooper gegen „Erst wenn du keinen Dünnschiss mehr laberst und mal die Gesetze durchliest, wirst du merken dass die Räumung in Ordnung war. #Vollidiot.“ Das wäre dann die Variation auf die Berlin-Werbung: ick liebe dir ooch.

Ich hatte in meiner Schülerzeit wilde Zeiten in ebenfalls einem derartigen „Experiment“ verbracht, in einem schönen Fachwerk-Haus, das abgerissen werden sollte, und ich habe das alles in meiner Kurzgeschichte „Bucharins Ende“ verewigt („Fifth Avenue“, Diogenes, 1995, zu bestellen auf dieser HP unter der Kategorie "Bücher") - allerdings waren wir weniger verdreckt, weniger verbiestert, weniger unerotisch, also wesentlich lustiger und leichter unterwegs, und vor allem fehlte mir auf den veröffentlichten Fotos eines: Bücher! Ich habe kein einziges gesehen...

 

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Anderntags der von der AfD veranstaltete Kongress der „Alternativen Medien“. Früher wurde in Berlin alles „Alternative“ subventioniert, das alternative Theater, der alternative Film, die alternativen Kinderläden. Heute ist die ernstzunehmende Alternative fest in rechter Hand, denn die Linke ist an der Regierung. Links sind die Seilschaften, links ist der Stau, links die Durchstecherei, links die Stummel- und Stammelsprache, diese „Irgendwo fühl ich mich dabei total nicht angenommen“- Nebelrhetorik, deren Unterfutter allerdings das beinharte Durchsetzungsdeutsch antifaschistischer Selbstgerechtigkeit ist, das „Wir können auch anders“.

Und das kommt richtig auf Touren bei Einschüchterungen durch trotzkistische Störtrupps an der Uni, oder, ganz aktuell, von beamtetem Kesseltreiben, wie es soeben nach Durchsicht der Akten eines Untersuchungsausschusses offenbar wurde: des Kesseltreibens gegen den ehemaligen Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen durch den einstigen SED-Kader Kultursenator Lederer, wie es nun die Welt berichtete.

 

Auf dem Kongress Bekanntschaft gemacht mit Thor Kunkel, einem unglaublich witzigen und inspirierenden Schriftsteller und im Tessin residierenden Lebenskünstler, sowie der schmalen Naomi Seibt, der „Greta der Rechten“ (Spiegel), die das Auditorium im Versammlungssaal im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus aufklärte über die Ungenauigkeiten des Corona-Tests und tatsächlich unerschrocken biochemischen Grundlagenunterricht gab nach Maßgabe der berühmten Szene aus der Feuerzangenbowle, wo Physik-Lehrer Bömmel der begriffsstutzigen Klasse erklärt „Wat is eine Dampfmaschine...da stelle mer uns jetzt ma janz dumm...“ Und sie schaffte es tatsächlich, die Ungenauigkeit dieses aus RNA-Fetzen, Polymerase-Reaktion und Computer-Hochrechnungen zusammengesetzten PCR-Tests von Drosten in seiner Fagrwürdigkeit verständlich zu machen.

 

Naomi Seibt betreibt eine erfolgreiche Internetseite, Boris Reitschuster erst recht, auch ich tue es, es gibt doch einige, die den etablierten (und staatlich geförderten) Medien Konkurrenz machen, wie Peter Webers "Hallo Meinung", dessen Talk-Sendungen quotenmäßig durchaus mit denen der ÖR mithalten können , wie auch z.B. Alexander Wendt mit seiner „Publico“-Seite, und er war es, der den Optimismus, den ich in meinem Vortrag über die alternativen Medien zu versprühen versuchte, mit Zahlen unterlegte.

Er machte klar, dass die deutsche Presselandschaft ein Angebots-Problem hat. Die Kunden wollen nicht in allen Zeitungen das gleiche lesen – er veranschaulichte das mit einer gleichlautenden Schlagzeile über Henryk Broder -  sondern schätzen durchaus die Abwechselung, auch die Erweiterung durch oft unterschlagene Themen.

Ich sprach über meine Videoblogs und darüber, wie ich einst Alexander Kluge das Bloggen beibrachte. Der wiederum hatte schon 1961 im Oberhausener Manifest, also dem Gründungsdokument des Neuen Deutschen Films, von der Enteignung der Produktionsmittel geträumt, die mittlerweile Wirklichkeit geworden ist: Mit den Handy-Kameras ist jeder sein eigener Regisseur, und mit dem Internet jeder sein eigener Verleger, sein eigener Kino-Besitzer.

Hier der sehr lustige Videoblog mit Kluge, dem Filmer, Unternehmer, Buchautor, obendrein einem unfassbar sympathischen Intellektuellen, der die Gabe zur Selbstironie hat, und das ist, bei allen politischen Differenzen, das Allerwichtigste: https://www.youtube.com/watch?v=sagu5NV6Bx4

Eine Grundregel hatte ich in dieser Unterrichtsstunde allerdings nicht ausdrücklich angeführt: das einnehmende Äußere. Ich hatte es nicht nötig, darauf hinzuweisen, denn ich war 15 Jahre jünger und 30 Kilo leichter.

 

Das wurde mir schmerzhaft bewusst, als ich das Video sah, das Michael Stürzenberger auf dem Kongress der Alternativen mit mir führte. Ich ließ es sofort vom Netz nehmen. Nicht etwa, weil Stürzenberger wegen Islamfeindlichkeit vom Verfassungsschutz beobachtet wird (die Schlapphüte sollten besser die dubiosen Islam-Freunde und Judenhasser in der Linken nicht aus den Augen verlieren, die gemeinsam mit den Islamisten „Juden ins Gas“ grölen) – nein, die Aufnahmen waren deshalb unmöglich, weil hier in der unschönsten Form meine Wampe dokumentiert wurde.

Ich verlangte, dass ich unterhalb der Brust gepixelt werde, auch und gerade wegen der möglichen seelischen Schäden, die Minderjährige, die ja heutzutage überall hinsurfen im Netz, an dieser hässlichen Wucherung nehmen könnten. Mit dem Inhalt des Interviews – hier in voller verpixelter Länge – hatte ich überhaupt kein Problem, denn mittlerweile weiß jeder, dass dem Spiegel die Leser davonlaufen, seit ich nicht mehr dort schreibe. https://www.youtube.com/watch?v=62w9ZQslD7c

 

Abends im Restaurant „Ganymed“ am Theater am Schiffbauerdamm mit Peter Bystrons Adjutanten Filip, einem bosnischen Christen, Witze über Josip Tito und George Best getauscht, also Partisanen im Krieg und im Fußball, der letztere ja die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln, dazu einen Aphorismus des ebenfalls anwesenden Michael Klonovsky erinnert, der so geht:

 

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Ach ja, natürlich gibt es eine Auswertung dieser hochgefährlichen Konferenz, von  „Endstation Rechts“, eine Seite, die lediglich nach rechts vermisst und daher nur zu einer relativ eingeschränkten Messerei in der Lage ist, nämlich – nach rechts. Ihr zufolge hat sich die AfD mit „extrem rechten Medienmachern“ im Bundestag getroffen – bleibt die Frage: „Was will die Partei mit dem Schulterschluss erreichen?“

Hab ich mir auch überlegt. Hm.

Die Antwort wäre, dass sich die schlappgewordnene AfD über knallharte Rechte wie mich, also Dschingis-Khan-Rechte, eben die totalen Permafrost-Bohrkern-Rechten, die Kontakt zu Paläolithikum-Rechten halten, wo es einfach schon rechts zum Nachbarplaneten rausschießt, eine Auffrischung ihres superextremerzdunklen Kerns verspricht und daher solche Konferenzen veranstaltet. Das hieße ja, dass ich rechter als die rechte AfD bin.

Aber dann wiederum: „Ein anderer Redner, der sich mittlerweile im Milieu der Neuen Rechten bewegt, ist Matthias Matussek...“ und hier wird es jetzt doch ein bisschen schwammig, (was heißt hier mittlerweile???)„...scheint der extremen Rechten nicht abgetan zu sein: Im Januar 2019 trat er als Redner auf einer der „Merkel-muß-weg“-Demonstrationen in Hamburg auf....“

Also liebe Leute, entscheidet euch: Entweder ich bin als extremultraradikal Rechter eine entsprechende Befruchtung für die AfD, dann müsste mir aber mehr einfallen, als Merkels Rücktritt zu fordern, was doch eigentlich schon Parlamentsroutine der größten Oppositionspartei im Bundestag, nämlich der AfD, ist, oder ich bin auf eurem Urmeter überhaupt nicht messbar, weil die letzten Sachen, die ich geschrieben habe, garnichts mit Merkel zu tun hatten, sondern mit Friedrich Hölderlin und Jimi Hendrix, allerdings in Presseerzeugnissen, die ihr bescheuerten Brummschädel nicht auswertet und ohnehin nicht verstehen würdet.

 

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Am anderen Morgen hinaus in den Wedding zur St.Afra-Kirche, einer Hinterhof-Kirche aus den Zeiten der Katholikenverfolgung, und tatsächlich, hinter der eher unscheinbaren und in die Häuserreihe eingepassten Fassade eröffnet sich ein lauschiger Innenhof mit Kreuzgang und einer Sandstein-Treppe, die hinauf ins Kirchenschiff führt. Getragen wird der fromme Betrieb vom Philipp-Neri-Institut, das unter Probst Gösche und unterstützt von einem polnischen und einem bayrischen Priester den Messritus in der Alten Form zelebriert - also versus orientem, das alles auf Latein, mit einem wunderbaren Gregorianischen Chor auf der Empore.

Hier treffe ich meinen FB-Freund Steenwerth, der mich gemeinsam mit seinen Spießgesellen und posts erheblich erfreut, zum ersten Mal in Wirklichkeit, und ich werde nicht enttäuscht. Wir sind uns einig: FB ist ein wunderbares Kontaktmedium.

Dazu gesellt sich später Beatrix von Storch mit ihrem Mann und einem weiteren lustigen Freund und Rittergutsbesitzer, und alle schreiten wir sodann frohgemut gemeinsam zu einem Lokal, um die dortige Schweinshaxe zu verkosten, wie es Brauch ist seit dem Hochmittelalter nach der Beendigung der Messe: ite missa est! (Wörtlich: bitte eine Schweinshaxe!)

Beatrix von Storch zeigt mir auf ihrem Handy Kolonnen von schwarzgekleideten Kämpfern, die am Abend vorher im Dunkeln unten auf der Straße an ihrem Haus vorbeifluteten, um ihrer Betroffenheit und ihrer Trauer über den jähen Entzug ihres Lebensraumes Ausdruck zu verleihen und darauf hinzuweisen, dass ihr Biotop weiterhin bedroht ist, gerade und besonders auch durch die Erderwärmung.

Und dann zeigte mir Beatrix von Storch das lustige Bild auf Instagram, auf dem sie beim Vertilgen eines dickbepackten Döners („mit alles“) zu sehen ist. Um dieser heftig diskutierten kulturellen Aneignung („umstritten“ sagt man heute) ein entschlossenes Bekenntnis zur deutschen Grundordnung entgegenzusetzen, ließ sich die im übrigen polyglotte, kosmopolitische und überaus spaßige von Storch zu einem Foto hinreißen, auf dem wir beide unsere Schweinshaxen verzehren.

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In den Tagen zuvor war ich bereits in der Schweiz unterwegs und hatte das Vergnügen, mir von dem wohl bedeutendsten zeitgenössischen Schweizer Schriftsteller und Polemiker Thomas Hürlimann die Schweizer Kernlande zeigen zu lassen, vom Wasser aus, dem Vierwaldstätter See. Am Anleger „Rütli“, unterhalb jener Wiese, auf dem die Eidgenossen ihr Bündnis zum Tyrannensturz schlossen, stiegen Rekruten zu.

Würden sich nicht auch bei uns die Befreiungskriege als Gründungsmythos anbieten?

 

Als mir Hürlimann dann sein Fährhaus mit Bibliothek zeigte und den Dom Perignon von 1960 köpfte, wurde ich doch sehr neidisch. Was für eine bevorzugte, ja geradezu cäsarische Lage zum Lesen! Ein FB-Freund lieferte mir das Stichwort: Die Hadriansvilla in Rom. Ein kreisrundes Refugium, von Wasser umflossen und umschlossen. Dort konnte er im wahrsten Sinne des Wortes alle Brücken hinter sich abbrechen und sich seiner Bibliothek und seinen Studien widmen. Splendid Isolation, wie sie splendider nicht vorzustellen ist.

 

 

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So freute ich mich, zurückgekehrt, auf meine eigene, in meiner neuen Heimat – der total entschleunigten endlos wolkenspiegelnden Ostseelandschaft mit Frau und Hund 

 

 

 

Tagebuch 4.Oktober 2020 Trump und die Kirche

4.Oktober 2020 - Erntedankfest

 

Was für ein glorreicher sonnig-frischer Herbsttag. Auf dem Weg zur Kirche ein Blick in diesen urweltlichen Redwood-Baum, der sein zartgrünes Blattwerk in den blauen Himmelsdom hebt.

Wie wir wohl aus Gottes Perspektive aussehen? Und unsere Vorhaben und Pläne? Der Mensch plant, und Gott lacht sich schief...Wie können wir überhaupt Voraussagen machen, wenn uns das schon bei Wahlen mit ihren Umfragen und Meinungserhebungen nicht gelingt? Und ist das alles überhaupt wichtig, und nicht doch einfach lächerlich, wenn ich am Stamm dieses Astwerks in den Himmel schaue? Um es mit Benn zu sagen: „Ich weiß, dass Gott auch außerhalb der Welt/, noch manchen Trumpf in seinem Skatblatt hält...“ Heute wird das Erntedankfest gefeiert, das ist wichtig.

 

In der Kirche Stella Maris in Kappeln ist der Altar mit den Früchten des Feldes und der Gärten geschmückt.

Der alte Baron sitzt wieder mit der Baroness in seiner Bank, fünfte Reihe rechts von vorne, ganz vorn ist abgesperrt für ein Paar mit reichlich Kindern und Enkeln, das die Goldene Hochzeit feiert.

Noch einmal erhalten sie den Segen, noch einmal heißt es am Ende „nun dürfen Sie die Braut küssen“, und ich erinnere mich an meine Eltern und ihre diamantene Hochzeit, und wie uns fünf Söhnen das Wasser in den Augen stand.

Die Alten hier haben geheiratet, als ich in eine maoistische WG zog, um die Welt zu verändern, aber die Madonna von zuhause hatte ich mitgenommen, sicher ist sicher.

Am Ausgang gibt es Tüten mit Stockrosenkeimen.

Das Feld vor unserer Wiese ist abgeerntet, die Jahreszeiten sind hier auf dem Land spürbarer, das Korn und die Kürbisse am Altar sind echt, "Der Segen der Erde“ ist sichtbarer, was für ein wunderbarer elementarer Hamsun-Roman das übrigens ist.

 

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Für unsere Kirche ist es dann doch nicht unwichtig, wer ins Weiße Haus einzieht, da hat Gerhard Kardinal Müller, der einstige Chef der Glaubenskongregation, völlig recht  http://kath.net/news/73025 Wenn Papst Franziskus, der Linkspopulist, auch geradezu albern sichtlich auf den Fotos mit Donald Trump böse Miene machte und der Linken Protestbilder lieferte

– auch er wird nicht daran vorbeikommen, dass Trump eine eindeutig katholische Haltung zur Abtreibung einnimmt. Und daran, dass er der seit Langem erste amerikanische Präsident ist, der Ernst macht mit seiner Suche nach einem Frieden im Nahen Osten, und der die kriminellen und korrupten islamistischen Organisationen Hamas und Fatah, die ihr palästinensisches Volk zur Geisel gemacht haben, umgeht und arabische Bündnispartner gewinnt.

Mit der Nominierung der Katholikin und Abtreibungsgegnerin Amy Coney Barrett, Mutter von fünf leiblichen und zwei Adoptiv-Kindern für den Supreme Court, hat Trump an seinem Vermächtnis gearbeitet - er hätte, wenn die Nominierung erfolgt, in seiner Amtszeit mit drei Richter-Ernennungen einen überwiegend konservativen Supreme Court zusammengesetzt, auf Jahre hinaus.

Barrett schrieb einst, dass es im Anwaltsberuf nicht nur um Karriere oder Ruhm gehe, sondern darum „Gott zu kennen, zu lieben und ihm zu dienen“. Für einen Katholiken gilt das in jeder Arbeit, durchaus auch der des Journalisten.

„Bei den bevorstehenden Wahlen sind drei Punkte entscheidend“, sagte Kardinal Müller in einem Interview. „Erstens das Ja zum Leben gegen Abtreibung, zweitens die Religionsfreiheit gegen das Mainstreaming der Geschlechterideologie und drittens die Mission der Vereinigten Staaten, Demokratie und Menschenrechte gegen Diktaturen zu verteidigen.“ Und hier ganz besonders gegen das totalitäre China, das alle Anstalten macht, demokratischen Widerstand, egal wo, niederzuwalzen, und die Menschen unter das Joch nihilistisch-kommunistischer Masterpläne zu zwingen. Eine Schande, dass Franziskus mit seiner Anerkennung der katholisch-chinesischen Staatskirche die dortige tapfer-kämpfende katholische Untergrund-Kirche verriet.

Es gehe bei diesen US-Wahlen, so Müller, um die ganze Spannbreite von der „Wahrheit über den absoluten Wert jedes Einzelnen“ über die „Religionsfreiheit“ bis hin zu den „tieferen Dimensionen dessen, was in diesem Moment der Weltgeschichte auf dem Spiel steht“.

Er warnte davor, nur ein Urteil abzugeben, das auf subjektiven Empfindungen und ideologischen Präferenzen beruhe. Doch nach genau dieser Elle, der linksgrünen, messen unsere Medien den Wahlkampf und versteigen sich, nach Donald Trumps Corona-Infektion, zu den zynischsten Kommentaren, etwa wenn die schmallippige Tagesthemen-Kommentatorin Christa Meier die Erkrankung als Quittung für Donald Trumps „bizarre Lügen“ beschreibt.

Nun ist er bereits aus dem Krankenhaus entlassen, und in den Straßen von Maryland feiern ihn die Menschen - er ist dabei, nicht nur der Wut auf ein verlogenes linksliberales Polit- und Medien-Establishment Gestalt zu geben, sondern tatsächlich die Herzen zu erobern.

 

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Zum Jahrestag der Wiedervereinigung fielen dem amtierenden Ersten Mann der politischen Wagenburg Berlin Frank-Walter Steinmeier (siehe Eintrag auf dieser Seite) wie erwartet nur pathetische Worthülsen ein, von denen die Hälfte den Faktencheck nicht bestanden und die andere Hälfte parteipolitische Borniertheit verrieten, wie selbst der Chefredakteur des Tagesspiegel nicht umhin kam, anzumerken. Etwa wenn er den amerikanischen Bündnispartner in einen damaligen und einen heutigen aufteilte.

Linke Bonzensprache, angerührt mit einem Beton, auf den Honecker neidisch gewesen wäre.

Da die Anzahl der zwangsverpflichtend Beiwohnenden durch die Corona-Regeln begrenzt war, fielen die Bürgerrechtler raus, also genau die, die den Anstoß zur damaligen Revolution gegeben hatten.

Tatsächlich: die Ja-Sager-Nomenklatura von einst hat heute wieder das Sagen, von Innensenator und Demonstrationsverbieter Geisel in Berlin zur FDJ-Sekretärin im Kanzleramt, womit eine Warnung von Bärbel Bohley Wirklichkeit wurde – "sie" werden Mittel und Wege finden, prophezeite sie vor ihrem Tode düster, den alten Macht- und Überwachungs- und Denunziationapparat neu zu installieren!

Ehrlicher als Bonze Steinmeier und treffender trat Arnold Vaatz, Vize-Fraktionschef der CDU, im Sächsischen Landtag in Dresden auf und brachte, was sonst - Regierungskritik:

„Es muss möglich sein, über die Energiepolitik der Bundesregierung zu streiten; für die Nutzung der Kernenergie einzutreten; die Wirklichkeitstauglichkeit unseres Risikobewusstseins zu prüfen; die Gefahren unserer Verschuldungspolitik abzuwägen; die Wirksamkeit unserer Entwicklungspolitik zu hinterfragen; unnütze Bürokratie beim Namen zu nennen und zu beseitigen; eine saubere Trennung von Asylpolitik einerseits und Einwanderungspolitik andererseits einzufordern. Und all dies, ohne an den Pranger gestellt zu werden oder an den Pranger zu stellen.

Wenn hier Allensbach zufolge heute fast 80 Prozent der Menschen sagen, man müsse sich beim Sprechen über manche Themen wieder vorsehen, dann frage ich mich allerdings: Ist die Freiheit von 1990 heute noch Lebenswirklichkeit?“

 

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Dem ist nichts hinzuzufügen, nur dieser hübsche Bilderwitz:

 

 

 

 

 

 

Tagebuch 29.September 2020 Ein Wirrkopf in der AfD

Soeben ein sehr lebendiges Gespräch mit Peter Weber von der website „Hallo Meinung“. Diese, so erfahre ich im Netz, ist umstritten und hat ihren einstigen Status als steuerbegünstigtes „gemeinnütziges Unternehmen“ verloren. Und das auf Initiative eines „Nürnberger Bündnis Nazistopp“. Webers Vergehen: Er veröffentlichte Videos, in denen er die Regierung kritisierte. „Zudem“, habe er gesagt, „würde in Deutschland eine "Meinungsdiktatur" herrschen". Das liest man auf der empörten homepage der selbsterklärten Nazijäger, nach dem Motto: Wo kommen wir hin, wenn man das ungestraft sagen dürfte.

Also bitteschön, bayrische Staatsregierung, weg mit dieser albernen „Gemeinnützigkeit“.

Dass sich in diesen mal widersprüchlichen, mal tautologischen Verschlingungen die eigene Urteilskraft aufhebt, merken die tumben Deppen dieser Nürnberger Antifa-Würstchen wahrscheinlich gar nicht. Oder eben doch und es ist ihnen wurscht oder würschtl, weil es, wie es schon bei „Alice in Wonderland“ heißt, nicht um Worte geht, sondern um die Macht. Nachzulesen in meinem  Buch über den "Verlust des gesunden Menschenverstandes" und die Verluderung des Journalismus, in "White Rabbit"

Das ist wohl das Verblüffendste an unserer Diskussionskultur heute: die Ungeniertheit, mit denen die Gesetze der Logik und der Vernunft außer Kraft gesetzt werden von denjenigen, die die Macht haben.

 

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Aus der NZZ erfahre ich von einer Reportage auf ProSieben mit dem Titel „Rechts. Deutsch. Radikal“, einer 2-stündigen Erforschung in die Szene am rechten Rand.

 

Darunter ein heimlich abgehörtes Gespräch in der Berliner „Newton-Bar“, die mit ihren Big Nudes an den Wänden einer dieser typisch-halbseidenen 90er-Jahre-Wendezeit-Tränken für Kleinbetrüger darstellt. Dort hat sich ein (mittlerweile geschasster) AfD-Mitarbeiter und früherer FDP-Windbeutel, der später als Christian Lüth identifiziert wird, mit einer sich Lisa Licentia nennenden schönen Youtuberin verabredet und bespricht das gerade frische Hamburger Wahlergebnis im Frühjahr.

Licentia operiert als Lockvogel für den Reporter, wie es jene weißrussische angebliche Milliardärs-Nichte in Straches Ibiza-Video war.

Da das Kameramikrophon zu schwach ist, wird Lüths Gesprächsteil aus Zeugenaussagen der Dame und anderen rekonstruiert und nachgesprochen.

Die in diesem aufwendigen Verfahren angeblich ergatterten Sätze verschlagen einem die Sprache. Da ist davon die Rede, dass die Republik durch weitere massenhafte Aufnahme von Flüchtlingen oder Immigranten destabilisiert werden soll...die könne man ja „hinterher erschießen oder vergasen“.

Die Geschichte ist von Alexander Kissler in der größtmöglichen Ausgewogenheit und Vorsicht n der NZZ niedergeschrieben worden, doch sie kommt nicht umhin, ein vernichtendes Fazit über die Gesamtpartei zu ziehen: „Solange die AfD ein Sammelbecken bleibt für halbseidene, radikale, extreme und revanchistische Köpfe, fällt sie als bürgerliche Opposition aus. “

Dabei müssen die inkriminierten Sätze nicht ja unbedingt von einem ideologisch fanatischen Nazi stammen (was wäre das heutzutage?), sondern sie könnten durchaus auch einem angetrunkenen angeberhaften Borderliner aus der schiefen Fresse purzeln, einem, dem in der nachträglichen Rekonstruktion solche wahrhaft bilderbuchmäßigen Aussagen in den Mund formuliert werden.

 

Interessant sind die Forumsbeiträge unter dem Artikel. Sie sind weniger apodiktisch, weniger eifrig um Seuchenkontrolle und Brandschutz, ja journalistischer Selbstdistanzierung bemüht.

Tatsächlich wünscht man sich einmal ein einziges Reporterteam, das mit gleichem Aufwand, gleichem Eifer die linksradikale Szene infiltriert und ihre Verbindungen bis hinauf in die sozialdemokratische Regierungspartei, in die Linke oder die grüne Jugend dokumentiert, die sich anschicken, womöglich die nächste Regierung zu bilden.

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Die Wartezeit zum Beginn des TV-Duells mit Scott Fitzgeralds short stories verbringen. Wahrscheinlich ist er doch ein Spur besser und zwei Spuren konventioneller als Hemingway, etwa in "Die letzte Schöne des Südens" ein Abendspaziergang und der Satz: "Wir trafen uns vor dem Hotel und liefen durch das blumige, heiße Zwielicht ein Stück aus der Stadt hinaus."

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Wer hätte gedacht, das die TV-Debatte zwischen Trump und Biden  die deutschen Wähler derart spalten würde?

Moment, die deutschen Wähler?

Tatsächlich kämpfen hier zwei Weltanschauungen miteinander, die auch uns Deutsche derzeit in zwei Lager spaltet, wobei die Medienöffentlichkeit eindeutig im demokratischen Lager angesiedelt ist, beziehungsweise und genauer: im Lage der US-Demokraten, das nicht unbedingt demokratischer Natur ist, wenn man sich die Plündereien und Gewaltausbrüche anschaut, die derzeit die 'demokratisch' verwalteten amerikanischen Großstädte wie Washington, New York, Los Angeles oder Portland verwüsten und die unter dem Etikett „Black Lives Matter“ aktiv von Demokraten unterstützt werden.

Wenn der Spiegel eins ums andere Mal Titelblätter produziert, auf denen Trump als eine die Erde vernichtende Supernova oder terroristischer Kopfabschneider oder als Brandstifter diffamiert wird, liegt soviel Leidenschaft dahinter, als ginge es tatsächlich um die deutsche Zukunft. An Joe Biden dagegen interessiert nur, ob und wie er eventuell über Trump siegen könnte. Denn ein Sieg würde auch als Selbstbestätigung der deutschen Linken gelesen werden.

In der FAZ, der SZ, der Zeit, besonders aber in den öffentlich-rechtlichen Medien sieht die Sympathieverteilung nicht anders aus. Als hinge von dieser Wahl auch das Schicksal in unserem Lande ab.

Das Ergebnis dieser Gehirnwäsche auf breiter Front schlägt sich in einem tatsächlich verblüffenden Umfrage-Ergebnis nieder: rund 41 % der Deutschen halten Trump für eine größere Gefahr für den Weltfrieden als den doch aggressiv-expansionistisch auftrumpfenden Chef der chinesischen KP Xi Jinping.

Das ist umso rätselhafter, als Trump im Gegensatz zu seinem demokratischen Vorgänger Barack Obama keinen einzigen Krieg vom Zaun gebrochen, statt dessen aber einige beendet hat.

Aber dass die USA, die den Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg die mit dem Blut ihrer Soldaten erkämpften Segnungen der Demokratie gebracht haben (Neben Kaugummi, Rock n Roll und Hollywoodfilmen) bei uns weniger Wertschätzung genießen als die stramm geführten und kontrollierten Massenorganisationen mit ihrem totalitären Führer an der Spitze, das ist eine deutsche Eigenart, besser Rätselhaftigkeit, die sich nur noch tiefenpsychologisch erklären lässt.

 

25.09.2020

Während die blauweiße Staatssekretärin und Digitaltotalpfeife sowie Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung Dorothea Bär über einen (eventuell misslungenen) Witz von Stephan Paetow in „Tichys Einblick“ rot sah, der die ebenfalls Staatssekretärin für Dingens Sawsan Chebli beleidigte und den in unseren Tagen ständig glimmenden Scheiterhaufen des Sexismus hoch auflodern ließ und den ganzen Tichy verfluchte, der daraufhin vom Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung zurücktrat, schob sie noch einmal per Twitter und Interview nach, dass dies ja „nicht der einzige verbale Ausfall“ des Unternehmens Tichy sei. Ein gar forscher Auftritt und Versuch zur Cancel Culture jener "Staatssekretärin im Bundeskanzleramt", die ich bzw. Mann (alter, weißer) als personifizierten Ausfall zu bezeichnen nicht umhin komme bzw. kommt.

Garnicht erstaunlicherweise aber doch ermutigend schwoll daraufhin die Unterstützung für Roand Tichy und sein Magazin mächtig an – was uns zu Vorgängen rund um den britischen Spectator bringt.

Dort nämlich hatte sich eine ganze Twitter-Rotte im Geiste Dorothea Bärs versammelt, um die für Social Media verantwortliche Jungschar des Coop-Konzerns mit einem Troll-Gewitter zu beeindrucken, das darauf hinaus lief, dass der Konzern doch bitte und künftig nie mehr Anzeigen in diesem glorreichen Magazin schalten möge, da es wiederholt zu groben Verstößen in Berichten über die Transgender Kultur gekommen sei - was mir eines der unbedingten Argumente für die Lektüre des Blattes bedeutet.

Die Trollfarm, die diesen Angriff startete, tat dies unter dem klangvollen Namen „Stop Funding Hate“, die 30 oder 40 Aktivisten – durchaus auch weniger – um sich sammelt, um dem Hass auf den „Hass“ den nötigen Wumms zu geben. In diesem Falle war es eine gewisse „Fajita“, die es mit einer „Alice“ des Konzerns zu tun bekam.

Vielen Konzernen schlottern die Knie angesichts der rufschädigenden und absatzhemmenden Gefahren solcher Negativ-Publicity.

Nicht so der Spectator, der seine erfreulichen Erträge nicht durch Anzeigen, sondern durch den Verkauf des Magazins erzielt.

Deren Eigner Andrew Neil schrieb an Co-op, dass sich der Konzern nicht weiter bemühen solle – ab sofort gelte ein Anzeigenstop. „Wir werden nicht dulden, dass ein Konzern seine finanielle Macht dazu nutzt, unseren redaktionellen Inhalt zu beeinflussen, der allein in der Verantwortung des Chefredakteur liegt.“ Das Schönste an diesem perfiden Vorstoß der Cancel-Cultur ist, dass er das Gegenteil bewirkte: der Spctator konnte 1000 neue Abonnenten gewinnen und als der Tweet des Spectator-Eigners über Co-op viral ging, wurde zum Boykott des Konzerns aufgerufen. 

Schließlich schaltete sich die Konzernspitze ein, die von all dem nichts wusste, und im gegenteil eine eigene Hauspolitik hat, in der Versuche auf redaktionelle Inhalte zu unterbleiben haben, und sie entschuldigte sich und schaltete eine Anzeige. Die Spectator-Redaktion wiederum nahm die Entschuldigung an und orderte eine Pallette des Co-op-eigenen Champagners, der, wie Kolumnist Nelson Fraser, berichtete, in einer Blindverkostung Schwergewichte wie Moet, Veuve und Bollinger aus dem Feld schlug. „Allerdings nicht den von Pol Roger, aber wer tut das schon“.

 

Den Vormittag über den Mann mit den Vorhängen in der Bude. Genau rechtzeitig. An den reichlichen Sonnentagen bisher hatte ich hier an der Ostsee das Rio-Gefühl, viel Grün innen, nochmehr Grün außen, die angenehmste Durchlässigkeit. Mit dem Einbruch der trüben Tage indes tut die Verpackung durch bodenlange, leicht transparente Stoffbahnen wohl. Man fühlt sich geschützt. 

24.09.2020

Stephan Paetow, der in „Tichys Einblick“ den satirischen „etwas anderen Monatsrückblick“ schreibt, kann mit wunderbaren  Wortschöpfungen aufwarten wie „Greta aus Schölefröh“, also solchen, mit denen buchstäblich ein kugelrundes lachendes Smiley aufgeht. Nun hat er sich nach Ansicht einiger vergriffen, als er schrieb, „Was spricht für Chebli? Befreundete Journalistinnen haben bislang nur den G-Punkt als Pluspunkt feststellen können in der Spezialdemokratischen Partei der alten Männer“...und prompt hat er damit Tretminen hochgejagt. Dorothea Bär von der FDP fand den Witz so sexistisch, dass sie die von Roland Tichy geführte Ludwig-Erhardt-Stiftung verlassen hat.

Der Witz ist prinzipiell nicht schlecht, nur hätte beispielsweise der Leberfleck als Alleinstellungsmerkmal genügt - allerdings wären damit die (so politisch inkorrekten) alten weißen Männer nicht Bestandteil der Pointe gewesen, die Paetow ansteuerte...na gut, vielleicht hätte er den ganzen Versuch ausrangieren sollen, aber kribbeln tut es einen schon ☺

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Dabei hätte der Titel des neuen Heftes „Sind wir eigentlich blöd?“ durchaus als Kommentar auf das „Chebli-Gate“ gelesen werden können: Dass ein entgleister „sexistischer“ Witz einer CSU-Politikerin dazu dient, die Sturmglocken zu läuten, ist an sich nicht ohne Komik. Da offenbar ihre Fachkompetenz als Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt nicht ausreicht, für dieselbe zu sorgen, wirft sie sich auf das benachbarte Feld des Sexismus. Bzw. Sex, denn heutzuitage hat alles mit Sex zu tun, wie die ebenfalls an Bedeutungsverlust leidende FDP vorexerziert. 

Dort war es der einstige Vorsitzende der Partei, Rainer Brüderle, der mit seiner verstaubten Anmache, einer gerissenen Sternredakteurin seiner „Tanzkarte“ anbieten zu wollen und seine Freude über ihre Fähigkeit, ein Dirndl „auszufüllen“, in den Orkus des Vergessens torkelte. 

Und nun war es die jüngst durchaus als schlüpfrig verstandene Bemerkung Christoph Lindners in seiner Parteitagsrede, „die letzten 300 Tage“ mit er von ihm geschassten Generalsekretärin Teuteberg „begonnen zu haben...nicht das was ihr denkt, liebe Freunde (höhöhö)...“, die ein Sexismus-Problem der gelbblauen Opportunisten-Partei durchaus offenbarte.

Womöglich dachte sich Dorothea Bär, immerhin ist der noch bedeutungslosere FDP-Voresitzende damit in die Schlagzeilen gekommen, warum sollte es nicht auch mir glücken? Durchaus von Nachteil indes dürfte sein, dass sich das Publikum fragt „Bär?...Bär?...Wer war das nochmal und wofür ist die zuständig?“, bis es praktisch darauf gestoßen worden wäre, dass die christsoziale Gschaftlhuberin ja überhaupts a nix taugen tuat...was mich an ein Vorkommnis aus meiner Zeit beim Stern erinnert, als Nannen einen Themenvorschlag von einem längst vergessenen Korrespondenten in Ägypten erhielt, sich erinnerte, dass er ihn einst eingestellt hatte und ihn nun prompt feuerte, weil er sei jenen Tagen nichts mehr von ihm gelesen hatte. 

Immerhin schob die blauweiße Bärin in ihrer opportunistischen Witterung noch die Bemerkung hinterher, dass diese Entgleisungen ja bei Tichy nichts neues seien, weil das Magazin wahrscheinlich auch zu ihr, der Totalversagerin der behaupteten „Digitaloffensive“, nicht immer nett war.

Was aber den Sexismus bei Tichy angeht, der ist mir doch sehr entwicklungsbedürftig. Aber mit meinem Drängen, eine fundierte Analyse der Schuldenwirtschaft Merkels auch mal mit einem Miss-Universe-Contest aufzupeppen, bin ich bisher ins Leere gelaufen. 

Tatsächlich aber konnte sich der arme Roland Tichy, nachdem er den Vorsitz der Ludwig-Erhard-Stiftung nun selber hingeschmissen hat, vor Solidaritätskundgebungen seitens des Publikums kaum retten. Es scheint dann doch, dass eine wachsende mündige Leserschaft diesen ganzen Opfergruppenkäse leid ist, womit wir wieder bei Tichys Titelgeschichte wären.

 

23.09.2020

Morgenmeditation mit Meister Eckharts „Reden der Unterweisung“. Die 11. heißt: „Was der Mensch tun soll, so er Gottes vermißt und Gott sich ihm verborgen hat“. Ein sonniger Morgen, der Blick geht hinüber zur Eiche, in deren Krone der Wind spielt, weit hinten der Spiegel der Ostsee, darauf die bunten Segel der Kiter. Pure Schönheit, purer Frieden...

Meister Eckart meditiert über das „dein Wille geschehe“ aus dem Vater Unser. Nur wenn wir unseren Willen aufgeben, werden wir ganz von Gott umfangen sein, ja, gotthaft werden. 

Nicht nur diese Einsicht beschäftigt mich, sondern auch das vergilbte Papier, auf das sie gedruckt ist. Ein schmales Heftchen aus dem Insel-Verlag, Leipzig 1944! Tatsächlich ist es dem Verleger gelungen, in dieser Absturz- und Höllenfahrtszeit der Bombennächte ein Kontingent Papier zu ergattern, um Eckarts Einsichten zu drucken. In der Annahme, dass es Leser dafür gebe. Ja, vielleicht sogar, dass es dafür mehr Leser gebe als in Friedenszeiten. Wo alles Hoffen auf eine Veränderung der äußeren Umstände vergeblich ist, schürft der Mensch nach inneren Ressourcen.  

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Die FAZ macht mit der Meldung auf, dass nur noch 9 Prozent der Bundesbürger der SPD zutrauen, mit Krisen wie den derzeitigen fertig zu werden. Diese Partei boxt seit Jahren über ihrer Gewichtsklasse und der Bundespräsident, der ihr angehört, ebenfalls. Das hindert ihn nicht, sein Amt als Propaganda-Ministerium der Regierungspolitik zu nutzen, sei es die tumbe „Gegen Rechts“-Rhetorik, die jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit mit Pathos übergestülpt wird, oder die Prämierung von Kassandras aus der Wissenschaft, die die strengen und demokratisch zweifelhaften Freiheitsentzüge während der Corona-Epidemie mit unheilvollem Zahlenwerk stützen.

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Zur Antifa-Rhetorik des Ersten Mannes im Staat: Sie kommt derart vorhersehbar und plump dahergehumpelt, wie sie das mit den leninistischen Belegstellen in den K-Gruppen der frühen 70er Jahre tat, als es darum ging, den todsicheren Sieg der kommunistischen Weltrevolution zu prognostizieren. Steinmeier wurde in dieser Zeit geprägt. 

Man sollte nicht vergessen: Steinmeier wurde in dieser Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet. Es war die Zeit der konservativen sozialdemokratischen Kanzler wie Willy Brandt und Helmut Schmidt, die den Radikalenerlass bzw. die Nachrüstung beschlossen und dabei Steinmeier und genossen auf dem Kieker hattten. 

Die Morde eines Geistesgestörten Hanau liefern Steinmeier zum Beispiel Anlass, vor den Gefahren des Faschismus zu warnen und indirekt einen Ausschluss der AfD, der größten Oppositionspartei des Landes, aus dem politisch zugelassenen Spektrum zu befeuern. 

Auch den Zug der Protestdemonstranten in Chemnitz nach dem Mord eines Deutsch-Kubaners durch einen syrischen Flüchtling, nahm er zum Anlass, unter dem Motto „Wir sind mehr“ ein Zusammenstehen der „Demokraten“ zu fordern wobei wiederum klar wurde, dass er die AfD nicht dazu rechnete. Dafür verantwortete er, dass linksradikale Rapper wie „Feine Sahne Fischfilet“ von „Bullenhelmen“ grölten, die runterzuschlagen seien, und davon, Eva Herrmann ‚durchzuficken‘ „bis sie grün und blau ist“.

Geradezu grotesk war seine Veredelung einer halluzinierten „Verteidigung des Reichstages“. Parallel zur großen „Querdenker“-Demonstration hatte sich einige von sogenannten Reichsbürgern mit ihren weißroten Fahnen, aber auch in Fahnen der USA und der Türkei Gehüllte auf die Reichtagsstufen zubewegt, die  allerdings nur Wunsch äußerten, von dort oben Selfies zu schießen und keine Anstalten machten, ins Gebäude einzudringen. Diese drei Beamten nun wurden von SPD-Präsident Steinmeier zur Audienz empfangen und zu Helden stilisiert; prompt forderte der Linken-Chef Bartsch das Bundesverdienstkreuz für die Beamten.

Ausgeschlossen ist das nicht, denn Steinmeier prämiert mit dem Bundesverdienstkreuz gern Leistungen, die sich als PR für die politische Klasse in Berlin nutzen lassen.

So verlieh er nun dem Virologen Christian Drosten das Bundesverdienstkreuz, obwohl der Mann heftigst umstritten ist wegen seiner apokalyptischen Extrapolationen eines absuden Zahlenwerkes, das lediglich Infektionen, nicht aber tatsächliche Erkrankung oder Todesfälle, auch keine Vergleichsgrößen der Testate veröffentlicht. Er hatte einst Millionen von Toten vorhergesagt, sollte man seinen Fopr5derungen nicht Folge leisten. 

Viele seiner Kollegen, darunter die deutsche Ärztekammer, haben sich gegen die Panikmache verwehrt und sie gefährlich oder schädlich genannte – Steinmeier jedoch gibt ungerührt Gas, trotz aller Demonstrationen und Proteste, nach dem erzieherischen Motto: Jetzt erst recht!

Das hier zum Thema Panik und Presse: Immerhin hat es sich der Kölner Stadt-Anzeiger verkniffen, die Begleitumstände des überraschenden Dahinscheidens des 97-jährigen zu verschweigen

22.09.2020

Ich hatte vor zwei Wochen in diesem blog über das Buch „Gefährliche Bürger“ eines gewissen rasenden jungen FDP-lers namens Christoph Giesa berichtet, der die Demokratie zu schützen vorgab, indem er Journalisten von Rang wie Alexander Kissler oder Henryk Broder oder meine Wenigkeit und viele andere namentlich Aufgeführte als „Brandstifter“ oder „gefährliche Rechtsradikale“ brandmarkte.

In dieser Raserei nannte er uns, mich eingeschlossen, „Aasfresser, die die Pest in die Stadt tragen.“

Mittlerweile wird mir klar, dass der Kampf des mainstreams aus Politik und Presse gegen Dissidenten in diesem Land im Kern nicht mehr mit ideologischen, sondern mit hygienepolitischen Argumenten geführt wird, was in der Corona-Debatte geradezu tautologisch klar wird.

Ja, die Kritik an der herrschenden Meinung wird als Infekt gesehen, der den Volksköper befällt und der muss aus Sicht der herrschenden Meinung in alarmistischer Früherkennung herausgeschnitten und vernichtet werden, bevor er zu wuchern beginnt.

Geradezu trotzig wird das derzeit von Bundespräsident Steinmeier, dem einstigen vom Verfassungsschutz beobachteten Linksradikalen vorgeführt.

Den Bundesverdienstkreuzen für die drei Polizisten, die  den Reichstag gegen einen Angriff schützten, der nie einer war, ließ er nun das Bundesverdienstkreuz für den Epidemiologen Christian Drosten folgen, dessen obskures Zahlenwerk die  Panikpolitik der Regierung und ihre drakonischen Einschränkungen der Bürgerrechte stets und treu unterfütterten.

Bundesverdienstkreuze also für die Abwehr von Gefahren, die von der Regierung halluziniert wurden. Sowohl die Invasion der Reichsbürger wie die der Viren sind seuchenpolitische Maßnahmen, deren Durchsetzung vom obersten Mann im Staate prämiert wurden.

Überflüssig zu sagen, dass der rasende Mitläufer Christoph Giesa die drei Beamten der Polizei, die sich am Tag dieser Corona-Demonstration durch rabiate Prügeleinsätze gegen demonstrierende Frauen – eine davon schwanger – hervortaten, als Helden feierte.