Diesmal nimmt sich Matussek die Platte „That’s Soul“ vor, die 1967 mitten in den Hippie-Hype hinein einschlug wie ein Meteorit: Soul, diese Mischung aus Gospel und Blues, Kirchenmusik plus Sünde, Samstagabend und Sonntagmorgen in Tateinheit – Aretha Franklin war Tochter eines Predigers, Otis Redding sang im Kirchenchor, Solomon Burke stand schon mit zwölf vor einer eigenen Gemeinde. Der Soul funktioniert nur, weil er aus der Kirche kommt. Diese Stimmen, dieses Rufen und Flehen und Jauchzen, das Call-and-Response zwischen Sänger und Chor, das ist die schwarze Predigt, das ist der Gottesdienst der Baptistenkirchen des Südens, in denen jeder dieser Sänger groß geworden ist, ausnahmslos jeder.

Wir hören von allen, von Otis und seinem tragischen Ende, wie Aretha den Song „Respect“ in eine erste Fanfare für Frauenrechte verwandelte und wie ein Arbeitsloser in Alan Parkers großartigem Film „The Commitments“ den Soul nach Dublin bringen will: „Say it once, and say it loud / I’m black and I am proud“, was natürlich angesichts der weißen irischen Truppe, die sich da versammelt, markerschütternd komisch ist. Dazu Merz als Klimafachmann und als Sponsor für Selenski. Briefe.

Quelle: kontrafunk.radio


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