Liebes Weltklima

Kannst du bitte ein wenig verrückt spielen? Frühlingsleuchten über der Dresdner Altstadt.

Wahrscheinlich hast du es nicht mitgekriegt, dass wir gerade Wirtschaft und Technologie schreddern, um dir zu helfen. Was heisst hier, du brauchst keine Hilfe? Wer Hilfe braucht, entscheiden immer noch wir! Wir Deutschen! Wir sorgen uns um Dorf-Klos in Afrika genauso wie um dich, obwohl du wahrscheinlich Hunderttausende Kilometer entfernt bist, wie unsere ehemalige Aussenministerin errechnete.

Also Weltklima, jetzt hat der für dich zuständige Rat, der IPCC, Entwarnung geben müssen, da sind im Laufe der Jahre einfach zu viele Wissenschaftler gegangen, manche türenknallend, manche eher still, «unseriös» murmelnd. Da war dieses Mädchen mit ihren glühenden Untergangsvisionen, die schwer einen an der Waffel hat, und der Rat hat über Jahre hinweg versucht, mit Hockeyschlägerkurven und ähnlichem Zinnober ihre Wahnschübe «wissenschaftlich» zu unterfüttern. Jetzt ist der Bluff aufgeflogen. Kein bevorstehendes Verglühen der Erde! Der IPCC selber hat die Flucht nach vorne angetreten.

Ist natürlich erst mal dumm gelaufen, nicht für dich, Weltklima, sondern für deine Vertretung auf Erden. Und für all diejenigen, die sich in der «Sorge» um dich die Taschen vollgestopft haben, angefangen beim Panik-Entertainer Al Gore (400 Millionen Dollar schwer) bis hin zu den grünen Windmühlen-Milliardären unserer Tage.

Doch halt: Derem Geschäfte laufen weiter! Unsere Politiker kleben am Panikszenario! Klar verfeuern Inder und Chinesen Kohle wie verrückt, Peking und Schanghai sind in Smog getaucht, aber wir basteln weiter an einem neuen Heizungsgesetz. Alles nur für dich. Mit dem verordneten Rückfall in mittelalterliche Windmühlentechnologie räumen unsere Politiker ungerührt unsere einst stolze deutsche Industrie ab und vernichten Hunderttausende von Arbeitsplätzen.

Kannst du bitte sofort ein wenig verrückt spielen? Mit gezieltem Blitz und Donner und Hagel auf Reichstag und Kanzleramt als unerklärlichem Dauerzustand? Und für uns Übrigen mit endlich heiterem Sonnenschein?

Mit freundlichen Grüssen
Matthias Matussek

Quelle: Weltwoche



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