Nov 26 2009

Artikel und Polemiken

admin @ 23:29

Meine letzten Artikel und Polemiken:

SP1024in DER SPIEGEL 24 / 2010 vom 14. Juni 2010

Exzess der Normalität

Während die Welt am Abgrund tanzt, punktet Schweden mit einem Spektakel der Solidität: Am Samstag ehelicht Kronprinzessin Victoria ihren Ex-Fitnesstrainer. Das Ereignis soll nicht nur der Monarchie helfen, sondern auch den Herzschmerz-Medien.

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SP1022in DER SPIEGEL 22 / 2010 vom 31. Mai 2010

Der Mann ohne Namen

Er war der Rächer mit dem Poncho und der Bulle mit der 44er Magnum, bis er sich als Meisterregisseur neu erfand. Diese Woche wird Kinolegende Clint Eastwood achtzig. Eine Spurensuche.

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auf SPIEGEL Online am 10. Juni 2010

Glanz unter der Brücke

An diesem Vormittag, einige Tage vor der Premiere, ist die Stimmung entspannt. In der Pause sitzt Kollege Ignaz Kirchner mit in der Kantine, der aus der Burg herübergekommen ist, und frotzelt: “Das ist aber schöner als das Stück, das du mir geschrieben hast, Klaus.” “Stimmt doch nicht”, sagt da der Pohl, “der ‘Anatom’ ist immerhin 80-mal gespielt worden.”

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Limitsauf SPIEGEL Online am 4. Mai 2010

Off limits am Mississippi

So rebellisch die eigene Jugend gewesen sein mag: Wenn Väter ihre halbstarken Söhne ins Abenteuer Leben entlassen, stellen sich Ohnmachtsgefühle und Wehmut ein.

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Quartettauf SPIEGEL Online am 5. Mai 2010

Bürger, zum Klassenkampf

Ist das Bürgertum tot oder lebt es auch zerstückelt weiter wie ein Regenwurm, der zweigeteilt wird? Das “Philosophische Quartett” machte sich in politisch wie wirtschaftlich wackliger Zeit auf die Suche nach der Mitte – ein umständlicher, aber sehr aufregender Fernsehmoment um Mitternacht.

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SP1015in DER SPIEGEL 15 / 2010 vom 12. April 2010

Der gute Amerikaner

Mark Twain war Amerikas größter Schriftsteller. Seine Leser feierten ihn wie einen Rockstar. Er galt als Humorist, aber den imperialen Größenwahn seiner Zeit attackierte er grimmig. Amerika könnte ihn heute, 100 Jahre nach seinem Tod, gut gebrauchen.

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Papstauf SPIEGEL Online am 27. März 2010

Austritt? Kommt nicht in Frage!

Es wird Missbrauch betrieben mit dem Missbrauch. Der Papst wird angegriffen, der Katholizismus verteufelt. Als bekennender Katholik plädiert Matthias Matussek für Besonnenheit – und nimmt seine Kirche in Schutz: Er hat in seinem katholischen Internat nur positive Erfahrungen gemacht.

Warum ich immer noch in der katholischen Kirche bin, wurde ich gefragt. Eine mögliche Antwort wäre diese: Weil ich nicht draußen sein kann.

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SP0953in DER SPIEGEL 07 / 2010 vom 13. Februar 2010

Auf Teufel komm raus

Die Bibel hat sie erfunden, die Kirche machte daraus einen Katalog verdammenswerter Laster, aber in einer Welt von Habgier, Wollust und Völlerei wird die Sünde nicht mehr ernst genommen. Eine kulturgeschichtliche Strafpredigt zu Aschermittwoch, unter besonderer Berücksichtigung des Satans und seiner Armeen.

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Leserbriefe zur Titelgeschichte an den SPIEGEL

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SP0953in DER SPIEGEL 04 / 2010 vom 25. Januar 2010

Freiheit ist ein verkrüppelter Begriff

Die US-Schriftsteller Jonathan Franzen und Adam Haslett über amerikanische Werte, die Präsidenten George W. Bush und Barack Obama – und über das realistische Erzählen als eine Form des Widerstands

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SP0953in DER SPIEGEL 03 / 2010 vom 18. Januar 2010

Mrs. Robinson und die Sünde

Die Sex-Beichte einer Politikergattin erschüttert die irische Seele.

Man könnte erleichtert sein, dass der Sex-Skandal, der derzeit Nordirlands Pubs bewegt, eine rein protestantische Angelegenheit ist. Die katholische Seite lag nämlich seit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Bruder des Sinn-Fein-Führers Gerry Adams 0:1 hinten. Jetzt ist die Sache in etwa ausgeglichen, das Spiel wieder offen, die wacklige kaum dreijährige Friedensallianz im nordirischen Parlament wird ihre Arbeit möglicherweise fortsetzen können, mit schuldgesenkten Häuptern, auf beiden Seiten.
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SP0953in DER SPIEGEL 02 / 2010 vom 11. Januar 2010

Auf dem Schlachtfeld der neuen Zeit

Literaturkritik: Der Epochenroman “Waltenberg” des Schriftstellers Hédi Kaddour

Hédi Kaddours 750-Seiten-Epos “Wal-tenberg” ist der gewaltigste wenig beachtete Roman der vergangenen Jahre*. Eine respektvolle längere Verneigung in “Le Monde”, eine Notiz im “Guardian”, ein paar Zeilen in der “Brigitte”, das ist es fast schon. Vielleicht liegt es daran, dass dieser Roman eine Zumutung ist.
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SP0953in DER SPIEGEL 53 7 2009 vom 28. Dezember 2009

Der Spekulant

Damien Hirsts Glitzerschädel ist 75 Millionen Euro wert, aber nach dem Börsencrash malt er wieder selbst.

Ein Totenkopf aus Platin und Diamanten, das teuerste Kunstwerk der Gegenwart – mit welchem Emblem ließe sich die vergangene Dekade besser bezeichnen, die eine aus Größenwahn und Zusammenbruch, aus Verblendung und Verderben war.
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SP0943in DER SPIEGEL 43 / 2009 vom 19. Oktober 2009

Verachtenswerte Individuen

Die deutsche Debattenkultur kann lernen von der französischen, wo Bernard-Henri Lévy und Michel Houellebecq die Lust am Disput glänzend vorführen.

Woher kommt es nur, dass bei uns ständig die Minenhunde von der Leine gelassen werden, wenn es spannend wird? Dass die Staatsanwaltschaft bemüht wird, wenn eine Debatte mit satirischen oder leichtsinnigen Übertreibungen gewürzt wird? In der Sorge um die Konsensdemokratie werden – und das ist die Pointe im Fall Sarrazin – durchaus totalitäre Reflexe wachgerufen. zum Artikel

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SP0937in DER SPIEGEL 37 / 2009 vom 7. September 2009

Es reicht!

Von Einem,
der aus Versehen links wurde.

Ich bin nicht mit Müsli groß geworden und mit dem Zwang, Anti-Atom-Buttons zu tragen, das gleich vorweg, weil in diesen Tagen politische Bekenntnisse offenbar an persönliche Erzählungen geknüpft sind. Mein Vater war CDU-Bürgermeister. Es wurde viel gebetet bei uns. Wir lasen “gute Literatur”. Wir waren konservativ. zum Artikel

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SP0935in DER SPIEGEL 35 / 2009 vom 24. August 2009

Die Verschwörer von Weimar

In seinem neuen Buch “Goethe und Schiller” beschreibt Rüdiger Safranski die einzigartige Freundschaft dieser ungleichen Männer – und ihr großes, gemeinsames Projekt, das immer noch auf seine Vollendung wartet: die ästhetische Erziehung des Menschen.

Die Allergrößten sind sie nicht mehr, hier auf dem Vorplatz vor dem Deutschen Nationaltheater in Weimar. Das betriebige Kaufhaus nebenan mit der modernen Glasschürze überragt sie maßlos. Doch wer vor den beiden stehenbleibt und zu ihnen aufschaut, hat Zeit, viel Zeit. Zum Artikel
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SP0926in DER SPIEGEL 26 / 2009 vom 22. Juni 2009

Unser Mann in der Gefahrenzone

Ein Toast zum 100. Geburtstag von Eric Ambler, der den Polit-Krimi und das moralische Zwielicht zur Kunstform gemacht hat.

Lasst uns das Glas erheben auf Arthur Abdel Simpson, den staatenlosen Kleinganoven und Chauffeur, der zum Juwelenraub im Topkapi-Palast gezwungen wird; auf Mr. Foster, den feinsinnigen Theaterautor, der über den Schauprozess gegen Deltschev berichten soll und um sein Leben rennen muss; auf Joseph Vadassy, den ungarischen Exilanten, der am Vorabend des Zweiten Weltkriegs in einem kleinen Hotel an der Côte d’Azur in eine Spionageaffäre schlittert. Zum Artikel

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SP0901in DER SPIEGEL 01 / 2009 vom 29. Dezember 2008

Deutsches Prickeln

Der Sekt, die Krise und die Weinberge des Ostens – die Firma Rotkäppchen startet nervös ins Jubiläumsjahr des Mauerfalls.

Gar nichts kann da schiefgehen für die Rotkäppchen-Kellerei, möchte man meinen. Sekt ist eine todsichere Nummer. Wer feiert, trinkt ihn. Wer traurig ist, muss sich damit trösten. Die Firma gewinnt auf beiden Seiten. Zum Artikel
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SP0844in DER SPIEGEL 44 / 2008 vom 27. Oktober 2008

Generation Hamlet

Kapitalismus oder doch noch mal Sozialismus? Die Finanzkrise bringt die Welt aus den Fugen – und erweckt wieder totalitäre Sehnsüchte.

Eines ist sicher: Dass der Bundespräsidentenkandidat, ein ehemaliger Fernsehkommissar aus den neuen Bundesländern, die Verhaftung des Deutsche-Bank-Chefs anregt, gehört zu den Glossen, die man vor ein paar Wochen noch ausrangiert hätte – zu unwahrscheinlich, und dann auch nicht so wahnsinnig komisch. Zum Artikel

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SP0842in DER SPIEGEL 42 / 2008 vom 13. Oktober 2008

Geld und Glaube

Eine Reise in sechs Aufzügen

Was in diesen Tagen zusammenbricht, ist nicht nur der Finanzmarkt, sondern ein Glaubenssystem, und da ist es gut zusammenzurücken. Am besten, man bleibt unter sich. Im Hamburger Hauptbahnhof steht der Zug nach Berlin, und an einem Vierertisch der ersten Klasse unterhalten sich Geldmacher übers Geldmachen. Meistens schütteln sie den Kopf. Der Dax steht schon wieder am Abgrund und überlegt sich, wie tief er heute springt. Zum Artikel

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SP0838in DER SPIEGEL 38 / 2008 vom 15. September 2008

Der Biker von Bombay

Mit seinem Buch “Shantaram” hat sich der australische Ex-Sträfling Gregory David Roberts neu erfunden, in einer Stadt, die aus Neuanfängen gemacht ist. Eine Motorradfahrt.

Auf dem Couchtisch der Suite im 27. Stock des Oberoi-Trident-Hotels in Bombay liegen drei Schlagringe, ein Schnappmesser und Shakespeares Werke. Gregory David Roberts, der Autor, greift zum Schnappmesser. Zum Artikel

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SPSC0805in SPIEGEL Special 5 / 2008 vom 26. August 2008

Die globale Schönheitskönigin

Wie Heidi Klum die weite Welt auf die Maße von Bergisch Gladbach zurechtzimmert.

“Heidi Klum gibt es gar nicht”, sagt Heidi Klum, die in Leopardenjäckchen und Jeans in diesen kleinen Konferenzraum hineinschneit, der nur zufällig nicht in Beverly Hills oder in Barcelona liegt, sondern im Hamburger Hotel Atlantic. Zum Artikel

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SP0823in DER SPIEGEL 23 / 2008 vom 2. Juni 2008

Gysi und der G-Punkt

Im Siegeszug der Linken wird Spitzenmann Gregor Gysi erneut von seiner Vergangenheit eingeholt. Bringt ihn der IM-Vorwurf nun zu Fall? Woran glaubt er wirklich?

Eigentlich müsste man doch Atem holen für diese große Epochen-Erzählung. Knapp 20 Jahre nach Mauerfall und Totalverschrottung hat die Linke wieder den Wind der Geschichte in den Segeln, auch hier im Kommunalwahlkampf an der Kieler Förde. Zum Artikel

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SP0818in DER SPIEGEL 18 / 2008 vom 28. April 2008

Die Feier des Partisanen

Mit stehenden Ovationen ehrte das deutsche Gegenwartskino bei der Filmpreisverleihung den Regiekünstler Alexander Kluge und den wilden Aufbruch der sechziger Jahre. Doch Kluge greift weit hinaus in die Zukunft – zur iPod-Generation.

Für Alexander Kluge ist dieser Tag, bevor ihn das jüngere deutsche Kino in die Arme schließt, ein Arbeitstag wie jeder andere. Im luftigen Dachgeschoss in der Akademie der Künste vor dem Brandenburger Tor interviewt er die russische Expertin Oksana Bulgakowa zum Plan des Filmpioniers Sergej Eisenstein, das “Kapital” von Karl Marx zu verfilmen. Zum Artikel

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SP0815in DER SPIEGEL 15 / 2008 vom 7. April 2008

Sie bleibt angezogen!

Grandioses Comeback: Peter Zadeks Inszenierung von Luigi Pirandellos “Nackt”

Was für ein wundervoll atmosphärisches Beginnen: mit einem Straßenmusikanten, der Gitarre klimpert und “Mimosa” singt, rechts eine lange, wehende Gardine vor dem geöffneten Fenster, durch das Sonne dringt und südlicher Straßenlärm. Zum Artikel

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SP0812in DER SPIEGEL 12 / 2008 vom 17. März 2008

Macht und Gewissen

Über die schwere Kunst, die Wahrheit zu sagen
“Denn wahr ist nur, was nicht in diese Welt passt.” THEODOR W. ADORNO: “ÄSTHETISCHE THEORIE”

Da steht sie in der Landschaft mit ihrem verrutschten Bienenstock auf dem Kopf, wie ein Sperrbalken, und sie sagt “nö”. Dabei schnurrte doch alles gerade so schön. Und lief in Richtung Macht, und plötzlich stehen alle Räder still. Zum Artikel

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SP0808in DER SPIEGEL 8 / 2008 vom 18. Februar 2008

Dutschke, Goebbels und Co.

Mit Götz Aly und Peter Schneider legen zwei Hauptakteure der 68er-Revolte ihre Rechenschaftsberichte vor. Waren die Apo-Aktivisten romantische Helden oder Wiedergänger der Nazis? Wer hat recht im neuen Historikerstreit?

Wer hätte gedacht, dass die Talkrunde “Fluch und Segen der 68er” noch einmal so hübsch auf Touren kommen würde. Noch einmal in diesem Jubiläumsjahr die Flugblätter und Theorien und Höhenräusche der Generationenkohorte, die jetzt aufs Altenteil zusteuert. Zum Artikel

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SPSC0706in SPIEGEL Special 6 / 2007 vom 6. November 2007

Mein Leben als Frau

Matthias Matussek beschreibt, wie er in sechs Wochen 20 Kilo abnahm.

Irgendwann musste ich mich entscheiden, ob ich ins komische Rollenfach wechseln sollte, in die Buffo-Abteilung der gemütlich-dröhnenden Dicken mit den grellen Krawatten, die auf Betriebsfesten immer den späten Elvis gaben.
Bis dahin war ich eigentlich der dünne Jeanstyp, der auf Betriebsfesten den späten Elvis gab. Jetzt dagegen war ich feist, denn ich hatte nach meiner Herz-Operation mit dem Rauchen aufgehört und versucht, die prompt eingetretene große innere Leere zu füllen: mit Schokoladenpudding, kalten Wiener Würstchen, Käsewürfeln und allem, was einem so in die Hand fiel, wenn man nachts zu spontanen Stichproben vor dem Kühlschrank stand. Zum Artikel

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SP0736in DER SPIEGEL 36 / 2007 vom 3. September 2007

Die goldene Horde

Sie idealisierten die Natur. Sie wollten die Menschen durch Kunst erlösen, die grenzenlose Freiheit leben – und das lange vor den 68ern! Jetzt werden die Romantiker mit ihren Rebellionsgesten gegen eine ausgenüchterte Welt wiederentdeckt.

Vielleicht war das Thema “Die deutsche Romantik” gar nicht zu vermeiden nach diesem schwarzrot-goldenen Summer of Love, dem WM-Sommer mit seinem fröhlichen patriotischen Aufruhr. Schließlich ist Patriotismus eine romantische Erfindung. Doch es geht darüber hinaus. “Romantik”, das neue Buch des Philosophie-Erzählers Rüdiger Safranski, bespielt einen weit größeren Resonanzraum. Zum Artikel

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SP0705in DER SPIEGEL 5 / 2007 vom 29. Januar 2007

Die Tage der Kommune

Vor 40 Jahren revolutionierte die Kommune 1 den deutschen Alltag. Rainer Langhans und Uschi Obermaier wurden Popstars der Revolte, andere scheiterten im bewaffneten Untergrund. Waren die Kommunarden Polit-Künstler oder Terroristen?

Die Nackten und die Toten

Endlich wird die ganze Sache begraben, leise, unaufgeregt, und es ist auch Zeit. Die Kommune 1, eine vom Leben mittlerweile ziemlich zerschossene Truppe, hat sich für ihr letztes gemeinsames Foto den St.-Elisabeth-Friedhof im Wedding gewählt. Es ist ein grauer Dezember-Nachmittag. Zum Artikel

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SP0637in DER SPIEGEL 37 / 2006 vom 11. September 2006

Erzählen auf Leben und Tod

Thriller-Autor John le Carré hat aus einem abgenutzten Genre große humanistische Literatur gemacht. Sein neuer Roman “Geheime Melodie” kommt jetzt heraus – rechtzeitig zum 75. Geburtstag des Meisters.

Dieser Sommertag in London ist heiter und unschuldig und verrät noch kein bisschen, dass er sich mit einer Attentatsdrohung und Tausenden Gestrandeten am Flughafen Heathrow später in einen brauchbaren Thriller-Anfang verwandeln wird. Es ist ein Tag für Profis wie John le Carré. Es gibt jede Menge John-le-Carré-Tage in letzter Zeit. Zum Artikel

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SP0634in DER SPIEGEL 34 / 2006 vom 21. August 2006

Der Herbst der Flakhelfer

Noch einmal sondiert das Land in einer großen Debatte Schuld und Sühne. Neben Günter Grass legt nun auch Joachim Fest ein Erinnerungsbuch vor. Ein außerordentliches: Es ist die Geschichte von einem, der nicht mitmachte.

Auffälliger kann man nicht schweigen in diesen Tagen, als es der Kritiker Marcel Reich-Ranicki tut. Alle haben sich mittlerweile zu den Erinnerungen von Günter Grass, 78, geäußert, die Historiker, die Politiker, die Kollegen, die Gemüsefrau. Nur Marcel Reich-Ranicki schweigt sich aus. Er schweigt unüberhörbar. Zum Artikel

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SP0628in DER SPIEGEL 28 / 2006 vom 10. Juli 2006

Das gezeichnete Ich

SPIEGEL-Redakteur Matthias Matussek über Gottfried Benn

Dieser Sound war tatsächlich unverwechselbar, und er mischte sich in das, was man so hörte damals, Soft Machine oder das “Weiße Album” der Beatles, doch das hier war eindeutig ungemütlicher. Es begann mit Schlagzeug, ein paar Synkopen, Bassläufen, dann die Stimme, schräg hinausbellend: “Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt. Irgendeiner hatte ihm eine dunkelhellila Aster zwischen die Zähne geklemmt …” Zum Artikel

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SP0623in DER SPIEGEL 23 / 2006 vom 3. Juni 2006

Der Preis ist heiß

Skandal mit Ansage: Die Vergabe des Heine-Preises an Peter Handke und die Wiederaberkennung ist eines der bizarrsten Spektakel der letzten Jahre.

Man kann den Glücksfall, den Heinrich Heine für die deutsche Literatur bedeutet, nicht oft genug feiern. Und was ist besser, als es dadurch zu tun, dass man einen Preis nach ihm benennt. Womöglich macht dieser Einzelgänger dann doch Schule. Zum Artikel

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SP0539in DER SPIEGEL 39 / 2005 vom 26. September 2005

Die Lagerfeuer der Politik

Während die Parteien noch nach Lösungen aus einer lähmenden Blockade suchen, ist der Diskurswechsel im Kulturbetrieb bereits vollzogen.

Shakespeares “Sommernachtstraum”, diese heitere Komödie, ist gleichzeitig ein sehr grausames Stück. Oberon, der König der Elfen, verhext all die Liebenden, die in seinen Wald flüchten. Er treibt seinen Schabernack sogar mit der eigenen Gattin und sorgt dafür, dass sie sich in einen Esel vergafft. Zum Artikel

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SP0537in DER SPIEGEL 37 / 2005 vom 12. September 2005

Der deutsche Hamlet

Die Linken gehen, die Konservativen kommen: Mit einem möglichen Machtwechsel gruppieren sich auch die Stichwortgeber der Politik neu.

Wie sollte man deutsche Schicksalswahlen erleben? Vielleicht ist diese Haltung nicht die schlechteste: In einem Klappliegestuhl drei Meter vor dem Fernseher, die Whiskyflasche griffbereit auf dem Boden, hoch über Ost-Berlin in einem Plattenbau am Tierpark in Friedrichsfelde. Zum Artikel

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SP0523in DER SPIEGEL 23 / 2005 vom 6. Juni 2005

In dieser Nacht des Glücks

Die ungehaltene Wahlkampfrede eines jungen Konservativen.

Da ja nun weit mehr zusammengebrochen war als nur ein Regierungsbündnis und alle vom Ende der 68er redeten, von einer abtretenden Generation und den verschossenen Resten einer Ideologie, erwarteten wir mit Spannung den Neuanfang. Zum Artikel

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SP0518in DER SPIEGEL 18 / 2005 vom 2. Mai 2005

Ritt in den Sonnenuntergang

Nach Meinungsumfragen dürfen Tony Blair und seine New Labour Party mit dem dritten Sieg in Folge rechnen. Doch das öffentliche Interesse an dem inhaltsleeren Wahlkampf ist gering.

Alle paar Jahre durchlaufen westliche Demokratien eine Phase aufgeregter Hinterhältigkeit und Anbiederei. Dann ist Wahlkampf. Jener, der sich jetzt über der Insel austobt, ist der seit langem sinnloseste. Zum Artikel

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SPSC0504in SPIEGEL Special 4 / 2005 vom 26. April 2005

Nazi-Fritz und Friedens-Jürgen

Wie Briten die Deutschen sehen

Das Deutschenbild der Briten? Sagen wir es so: Die Deutschen sind für die Briten, was die Punchingbirne für den Boxer ist. Sie werden geliebt, weil sie britische Killerinstinkte wachhalten und die Briten an große moralische und militärische Siege erinnern.
Er ist regelrecht auf die Deutschen angewiesen, der Brite, ganz besonders in ihrer Eigenschaft als Nazi-Karikatur. Zum Artikel

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SPSC0503in SPIEGEL Special 3 / 2005 vom 7. April 2005

Der Jahrtausend-Papst

Papst Johannes Paul II. hat die katholische Kirche popularisiert und polarisiert wie keiner vor ihm. Er war eine Epochenfigur mit magischer Tuchfühlung zur Jugend.

Wie jeder Christ wusste er, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Übergang zum ewigen Leben. Das heißt aber nicht, dass er es ihm einfach gemacht hätte. Und er ersparte der Welt nicht, Zeuge seines langen Abschieds zu werden. Er nahm das Leiden seiner späten Jahre an, und er zeigte einer alternden Gesellschaft, was Altern bedeutet. Zum Artikel

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SP0514in DER SPIEGEL 14 / 2005 vom 4. April 2005

Wer die Falsche liebt

Mit wachsendem Unmut sehen die Briten der Hochzeit von Prinz Charles entgegen, die aus Camilla Parker Bowles die zukünftige Königin machen wird. Das betagte Paar wird seinen Schatten nicht los – Lady Di.

Was ist das nun? Krönung einer Liebe oder Höllenfahrt? Selbst die Beteiligten wissen das nicht mehr so genau. Der ergraute Prinzgemahl trifft sich zum Polterabend im Skiurlaub mit seinen Söhnen und beleidigt die Presse (“Verdammte Bande”), und die beleidigt zurück “Ihre Königliche Gereiztheit” (“Daily Mail”). Zum Artikel

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SP0509in DER SPIEGEL 9 / 2005 vom 28. Februar 2005

Aufstand der Schwestern

Der Mythos der IRA, die einst den Widerstand gegen die Protestanten und gegen London organisierte, ist zerstört. Dafür sorgten ein Bankraub und ein brutaler Mord.

Alle wussten es, und alle schauten weg wie immer, um den Friedensprozess nicht zu gefährden.
Dieser Coup kurz vor Weihnachten zum Beispiel, der größte Bargeldraub der Geschichte: Die Logistik, die Chuzpe, die Präzision, das war die Handschrift der IRA. 26,5 Millionen Pfund waren in Müllsäcken aus den Tresorräumen der Northern Bank in Belfast getragen worden. Zum Artikel

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SP0507in DER SPIEGEL 7 / 2005 vom 14. Februar 2005

Warten lohnt sich wieder

Die geplante Hochzeit von Prinz Charles und seiner Dauergeliebten Camilla hat die britischen Medien überrascht. Noch rätseln die Hofberichterstatter, ob sie das Ereignis feiern – oder lieber ignorieren sollen.

Womöglich hatte sich Prinz Charles ja gedacht, er könne seine Hochzeitspläne einfach so an der Öffentlichkeit vorbeinuscheln, im Windschatten dieser Hühnergeschichte, die die Gemüter im Commonwealth erregte wie nichts sonst an jenem Morgen. Zum Artikel

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SP0503in DER SPIEGEL 3 / 2005 vom 17. Januar 2005

Nun bewältigt mal!

Der Vorfall um Prinz Harry zeigt, dass auch die Briten Probleme mit der Vergangenheit haben.

Was für ein Foto: der Drink, die Kippe, das Hakenkreuz, richtig cool.
Moment. Hakenkreuz? Der Prinz mit der Nazi-Binde? Der Schnappschuss aus dem Partykeller der britischen Jeunesse dorée wäre eine Beiläufigkeit geblieben, hätte ihn nicht eines der Kids an die “Sun” verkauft, die größte Flüstertüte der Insel. Zum Artikel

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SP0447in DER SPIEGEL 47 / 2004 vom 15. November 2004

Der Krimi im Kopf

Die Stadt, die Perversion, die Falle: Der deutsche Künstler Gregor Schneider hält mit einer Gruselaktion die Londoner Kunstwelt in Atem.

Die Walden Street in Londons Osten ist trostlos. Identische Reihenhäuschen, eine Haustür wie die nächste, gelber Klinker, an der Ecke ein Copy- Shop. Auf dem Weg hierher tobt das Leben. Ein Trödelmarkt mit seinem Gewühle, Taschenlampen aus Plastik und islamische Gebetsketten und pakistanische Kassetten, Gemüse, alles billig. Zum Artikel

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>h3>SP0445in DER SPIEGEL 45 / 2004 vom 30. Oktober 2004

Unbeugsamer Zauber

Weil der Blair-Regierung nur noch wenige Briten wirklich trauen, konnte Elizabeth II., eine Ikone der Beharrlichkeit, neue Popularität für die Monarchie gewinnen. Am Dienstag kommt sie zum Staatsbesuch.

Als die junge Queen Elizabeth II. 1965 ihren ersten Staatsbesuch in Deutschland absolvierte, es war Mai, standen ein paar Kinder am Stuttgarter Fernsehturm Spalier, und die Queen neigte sich leicht zu einem elfjährigen Jungen hinab und gab ihm die Hand. Zum Artikel

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SP0443in DER SPIEGEL 43 / 2004 vom 18. Oktober 2004

Der Balzac vom Prenzlberg

Fünfzehn Jahre nach der deutschen Revolution schildert Thomas Brussigs Roman “Wie es leuchtet” die Wende als großes Gesellschaftstableau.

Irgendwas ist da wohl schief gelaufen in diesen Dezembertagen 1989 im Ost-Berliner Palasthotel. Man hatte mich in der Juniorsuite 6101 einquartiert, und der Nachtportier brachte mir in den folgenden Wochen und Monaten die SPIEGEL-Faxe aus Hamburg aufs Zimmer. Zum Artikel

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SP0442in DER SPIEGEL 43 / 2004 vom 18. Oktober 2004

Alle Macht den Wortequirlen!

Als die österreichische Autorin Elfriede Jelinek erfuhr, dass sie den diesjährigen Literaturnobelpreis erhält, zeigte sie sich sympathisch schockiert. Die Intellektuellen des deutschsprachigen Kulturbetriebs aber bejubeln einträchtig eine ziemlich kuriose Entscheidung.

Hallo Stockholm, hallo Erde? Natürlich strahlten die Leute vom Verlag um die Wette und waren ganz außer sich auf der Frankfurter Buchmesse, dass ihre Kandidatin gewonnen hatte bei dieser schwedischen Sonderausgabe von “Wer wird Millionär?” Zum Artikel

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SP0438in DER SPIEGEL 38 / 2004 vom 13. September 2004

Der geniale Abenteurer

Alexander von Humboldt war Naturforscher und Universalgelehrter – und der prominenteste Weltbürger seiner Zeit. 200 Jahre nach seiner legendären Amerikareise wird er jetzt mit Buchausgaben und Festakten als Vorbild-Deutscher gefeiert.

Als Alexander von Humboldt vor genau 200 Jahren, nach fünfjähriger Amerikareise, europäisches Festland betrat, wurde er bejubelt wie ein Wiederauferstandener. Bereits mehrfach hatten ihn Zeitungen für tot erklärt. Pariser Blätter behaupteten, er sei von den Indianern Nordamerikas getötet worden, der “Hamburger Korrespondent” meldete, er sei in Acapulco am Gelbfieber gestorben. Zum Artikel

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SP0436in DER SPIEGEL 36 / 2004 vom 30. August 2004

Liebe in den Zeiten der Pest

Beim Festival in Edinburgh vermessen Regisseure aus ganz Europa die moderne Giergesellschaft zwischen Sex und Sucht, während Altmeister Peter Zadek mit seinem märchenhaften “Peer Gynt” Publikum und Kritiker bezaubert.

Eine wuchtigere Kulisse für das größte Kunstfestival der Welt kann es gar nicht geben. Aus den Lavabrocken eines urzeitlichen Vulkanausbruchs wurde Edinburghs Schloss errichtet. Romantisch steht es seit Bravehearts Zeiten über der Stadt mit seinen Zinnen, den Standarten, und trotzt jeder Invasion. Zum Artikel

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SP0431in DER SPIEGEL 31 / 2004 vom 26. Juli 2004

Deutschland, ein Sommermärchen

Gründereifer und Angststarre, Lohnkürzungen und Proteste – eine Nation, die sich seit dem Krieg im Wesentlichen über ihren Wohlstand definiert hat, sucht nach neuen Haltepunkten.

Der neue Bundespräsident Horst Köhler beschwor in seiner Antrittsrede den Mut zu notwendigen und schmerzhaften Veränderungen, und die Nation nickte – und begab sich in den Urlaub. Zum Artikel

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SP0425in DER SPIEGEL 25 / 2004 vom 14. Juni 2004

Der Weltalltag im Kopf

Die irische Hauptstadt Dublin feiert die 100. Wiederkehr jenes Tages, den James Joyce in seinem Monumentalwerk “Ulysses” beschrieben hat.

Würstchen oder Niere, da fängt es schon mal an. “Denny”s” spendiert der Stadt Dublin ein so genanntes Bloomsday-Frühstück für 10 000 Leute. Es besteht aus Brötchen und Würstchen. Und Limonade. Bier gibt”s nicht. Zum Artikel

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SP0423in DER SPIEGEL 23 / 2004 vom 14. Juni 2004

Holmes und das Rätsel der Auktion

Ein mysteriöser Todesfall überschattet die Versteigerung des Nachlasses von Sir Arthur Conan Doyle, des Schöpfers von Sherlock Holmes.

Schließlich treffen sie doch noch alle zusammen in diesem mit roter Seidentapete ausgeschlagenen Raum des Auktionshauses “Christie”s” in Londons King Street. Die Bewunderer Sir Arthur Conan Doyles (1859 bis 1930). Sammler-Profis und -Amateure, kühle Sucher und fiebernde Schatzjäger. Und natürlich: Die Träumer, Tüftler und Exzentriker, die Sherlock-Holmes-Aficionados. Zum Artikel

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SP0416in DER SPIEGEL 16 / 2004 vom 10. April 2004

Sankt Georg hinter der Zeche

Nicht nur der Kampf gegen den Terror macht Tony Blairs Labour-Regierung zu schaffen. Der Frust über marode öffentliche Dienste wächst, die globalen Führungsansprüche sind gepaart mit bizarren Europa-Ängsten im Volk.

Wahrscheinlich hätte man für einen Abend mit Alastair Campbell, Tony Blairs ehedem wichtigstem Frontoffizier, keinen passenderen Ort finden können als den hier, im Schatten des Riesenrads an der Themse. Zum Artikel

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SP0407in DER SPIEGEL 7 / 2004 vom 9. Februar 2004

Wir müssen da durch

Recherche-Flops, Rausschmisse, Demonstrationen – ihre kritische Irak-Berichterstattung bescherte der BBC die größte Krise ihrer Geschichte. Es ist nicht das erste Mal, dass die öffentlichrechtliche Institution mit der britischen Regierung hart aneinander gerät.

An diesem Morgen, Donnerstag vergangener Woche, verfrühstückt der BBC-Radio-Moderator John Humphrys in der “Today”-Show den britischen Verteidigungsminister Geoff Hoon. Seine Stimme hat dabei das behagliche Schnurren einer ziemlich großen Katze. Humphrys ist schmal, klein und grau, doch seine Stimme ist riesig und dunkel. Er beugt sich übers Mikrofon. Er fragt knapp und klug. Wenn es sein muss, unterbricht er den Minister. Er verstellt Schlupflöcher, er setzt nach. Allerbestes Jagdverhalten. Zum Artikel

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SP0337in DER SPIEGEL 37 / 2003 vom 8. September 2003

Der andere 11. September

Den 30. Jahrestag des Putsches begeht die chilenische Gesellschaft vor allem, um das Kapitel Pinochet endlich abzuschließen. Doch dessen Opfer werden häufig noch immer an den Rand gedrängt.

Die Moneda strahlt im weißen Frühlingslicht, die Flügeltüren zum Präsidentenpalast, der Machtzentrale Chiles, stehen weit offen, und in den Innenhöfen bummeln Eltern mit ihren Kindern unter Kirschbäumen wie in einem rosafarbenen demokratischen Blütentraum. Zum Artikel

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SP0334in DER SPIEGEL 34 / 2003 vom 18. August 2003

Wahlen im Totenhaus

Efraín Ríos Montt greift nach der Macht – er will wieder Präsident werden. Der General, verantwortlich für zahlreiche Massaker, ist Prediger einer fundamentalistischen Sekte und rechnet sich Chancen auf den Sieg aus.

Wer die Wahrheit in diesem Land will, der muss graben”, sagt Alvaro Luis Jacobo, der Archäologe und Forensiker. Er kommt an diesem kühlen Morgen verspätet zum Treffpunkt in einem Außenbezirk von Guatemala-Stadt und überspielt nur mühsam seine Nervosität. Grimmig überprüft er die blaue Plastikplane, die über den acht Särgen auf der Ladefläche seines Toyota-Pick-up festgezurrt ist, dann preschen wir los, die Ausfallstraße nach Norden, ins Quiché-Gebiet – wo das Massaker von Pasajoc stattfand. Zum Artikel

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SP0332in DER SPIEGEL 32 / 2003 vom 4. August 2003

Fidel, zieh die Schrauben an

Castros harter Kurs führt sein Inselreich in die völlige Isolation. Nun hat der Jurassic Park des Sozialismus auch mit den Europäern gebrochen.

Der Angriff auf die Moncada-Kaserne in Santiago auf Kuba findet wie immer um fünf Uhr morgens statt, und wie immer scheitert er. Das Scheitern ist wichtig. Opfer sind wichtig. Märtyrer sind wichtig. Kulte kommen ohne Blut nicht aus, erst recht nicht revolutionäre. Zum Artikel

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Ein Kommetar “Artikel und Polemiken”

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