Auftritte
Sendung am Freitag, 14.01.2011, 00.15 bis 1.00 Uhr
Matthias Matussek war wieder unterwegs, zu Künstlern und Kreativen im Land. Für alle, die es verpüasst haben, gibt es hier einen Auschnitt
Menschen bei Maischberger
Heiner Geißler, Werner Schneyder, Uwe Steimle, Ingo Appelt, Frank Lehmann und Matthias Matussek sprechen mit Sandra Maischberger über “2010 – ein Jahr der Skandale?”.
Hier die Aufzeichnung
So sah es die SZ

Eine Reise durch die wundersame Welt der Leitkultur- und Wertedebatten verspricht die neue Gesprächsreihe „Wolfram Weimer trifft….“, die am Dienstag, 7. Dezember, 19.30 Uhr, im Frankfurter Haus am Dom startet. Der Chefredakteur des Focus, der auch Konsultor des katholischen Bildungszentrums ist, lädt in unregelmäßigen Abständen Gesprächspartner ein, mit ihm über Gott und die Welt zu debattieren. Erster Gast ist der Spiegel-Journalist, Buchautor und Katholik Matthias Matussek.
Ihr Thema „Ist Deutschland noch christlich?“ fragt nach der religiösen Identität in Politik und Gesellschaft.
So sah es “die andere Seite”.
“War ich glücklich in Paris? Na ja, vor Glück pfeifend war ich nicht, aber ab und zu pfiff ich. Leider hat man mit neunzehn keine Ahnung, wie großartig es ist, neunzehn zu sein und zu glauben, einen Roman in einem Café schreiben zu können. Wie großartig, dass man nicht weiß, dass Schreiben wie Arbeiten im Bergwerk ist und man sich jedes Wort aus dem Stollen schlagen muss und nicht weiß von dem Schweigen zwischen dem Blatt und dem Schreiber und nichts von den Kritikern, die hinterher sagen, was für ein talentfreier, armseliger Sack man ist.”
Bericht zur Buchvorstellung auf Bild.de

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Der Preis, das erfahren wir aus dem Wörterbuch des genialen Sprachforschers und Sprachgroßmeisters Jacob Grimm, ist entlehnt aus dem altfranzösischen Pris, verwandt mit englisch Price, und geht einher mit „preisen“. Und das zielt, nach Grimm, durchaus auf den inneren Wert und Vorzug des Gepriesenen.
Dann aber auch die öffentliche Anerkennung und Verkündigung dieses Wertes. Oft auch als sinnverwandte Lob, Ehre, Ruhm, wie bei Walther von der Vogelweide: „sin lop geht vor allem prise“
Nach dieser notwendigen und wundersamen ethymologischen Herleitung,. Wie sie so zahlreich sind in den 20 Bänden des Grimmschen Wörterbuches, dieses Jahrhundert- ach was Jahrtausendwerks, wenden wir uns nun aber der Frage zu: wen oder was loben wir jetzt?
Klare Antwort: Die Luft.
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Ob Künstler, Filmemacher, Schriftsteller oder Schauspieler – Matthias Matussek will sie treffen – da, wo sie arbeiten, und mittendrin im kreativen Prozess. Wer schreibt gerade was, wer dreht wo einen Film, wer erhält wofür einen bedeutenden Preis? In dieser Folge begegnet Matthias Matussek der Schauspielerin Martina Gedeck am Set, bei den Dreharbeiten zu ihrem neuesten Film “Bastard” und dem Schauspieler und Filmkenner Hanns Zischler im Tonstudio, wo er die gesamten Tagebücher von Thomas Mann als Hörbuch einspricht. Außerdem trifft Matussek Michael Krüger, Verleger und Schriftsteller, der im September für sein schriftstellerisches Werk den hochdotierten Joseph-Breitbach-Preis bekommen wird und unternimmt einen Atelierbesuch bei Markus Lüpertz, der gerade eine riesige Skulptur bemalt und dabei überzeugend erläutert, dass er als bildender Künstler in einer zweiten Renaissance lebt. (zero one film, Produktionsfirma)
Hier die Aufzeichnung
Über 250 Gäste verfolgten Rüdiger Safranskis Geisterbeschwörung der Weimarer Klassik – später unterhielt ich mich mit ihm über sein Buch “Goethe und Schiller – Geschichte einer Freundschaft” – und über die Vermessenheit ihres Projekts: die ästhetische Erziehung der Deutschen.
Hier noch ein Interview mit mir am Rande der Veranstaltung
Erschienen auf SPIEGEL-Online am 17. April 2010
Die ARD feiert ihren 60. Geburtstag. In der legendären Talkrunde “3nach9″, der dienstältesten des Senders, sollte über das Jubiläum gesprochen und daran erinnert werden. Doch einer versagte: Ich. Die Beichte eines Betroffenen.
Es ist wie mit dem sprichwörtlichen Treppenwitz Diderots. Der Treppenwitz ist jener geistreiche Gedanke, jenes schlagende Argument, jene anschauliche Anekdote, die einem immer einen Moment zu spät einfällt, nämlich auf dem Weg zur Treppe hinaus. Gott sei Dank gibt es SPIEGEL ONLINE, wo man sie nachreichen kann.
Ich war von “3nach9″ wohl eingeladen worden als Augenzeuge der ersten Stunde. Ich war neben Regisseur Volker Schlöndorff und Kultstar Uli Lommel aus Hollywood der älteste in der Runde. Gleichzeitig sollte ich wohl als Brücke zur Internet-Generation dienen, wegen meines Blogs hier auf dieser Seite.
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Die Heftigkeit unserer TV-Diskussion ist in der Intensität der Mails, die mich erreicht haben, gespiegelt worden, sowohl hier, wie auf facebook, wie privat. Warum ist das so? Weil es nichts Persönlicheres als den Glauben gibt. Hier ist jeder wund.
Für die vielen aufmunternden mails bedanke ich mich. Die Schmäh-mails muß ich wohl ertragen. Wer seinen Kopf rausstreckt, riskiert Watschen, das war mir klar. Bisweilen habe ich Fans verprellt. Eine Frau schrieb mir, dass sie mich immer als Zyniker geschätzt habe – und nun das! Tja. Augstein sagte mal, dass jeder Zyniker ein enttäuschter Idealist ist.
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Wie lässt sich im öffentlichen Raum über den Glauben reden in dieesen Zeiten, wie lässt sich über die Kirche reden, ohne dass es verrutscht?
Natürlich haben Kirchenvetreter Unrecht begangen, diejenigen, die sich an ihren Schutzbefohlenen vergriffen haben, und auch diejenigen, die solche Handlungen vertuscht haben. Wie selbstverständlich ist es also, zu sagen: wir müssen dafür uns entschuldigen, und zwar die ganze Kirche.
Ich habe darauf hingewiesen, dass genau das geschehen ist: In den Karfreitagsfürbitten, also im innersten Kern der Lithurgie am heiligsten Tag des Kirchenkalenders. Alle knieten sich da hin. Sicher hätte sich auch der Papst Ostern dazu äußern sollen, und ich war darüber enttäuscht, dass er es nicht tat.
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