Erschienen bei TheEuropean am 1. November 2010
Wir müssen darüber sprechen, wer und was zum Kanon der deutschen Leitkultur gehört. Ohne Zynismus, ohne Hysterie. Das ist interessant nicht nur für die anderen, sondern auch für uns selber.
Was eint die Deutschen?
Die Ausstellung im Historischen Museum 2006 griff weit zurück, bis zu Varusschlacht gegen die Römer. Und sie führte über das deutsche christliche Mittelalter in Magdeburg und Mainz, über Dürer und Luther hin zu Goethe und Schiller, zu den Philosophen und Dichtern der Romantik, zu Beethoven und Wagner hin zu den Erfindern der Gründerzeit. Sie machte deutlich, dass der Kölner Dom zur deutschen Leitkultur gehört, aber nicht unbedingt die Kölner Moschee.
Wer sind wir?
Die Ausstellung verschwieg die Schreckensjahre nicht. Doch sie breitete eine so lange und prächtige Erinnerungsspur aus, dass die Terrorjahre wirkten wie das, was sie waren: eine gewaltsame Verirrung, eine blutige Unterbrechung.
Zeitgleich mit der Ausstellung erlebte das Land bei der Fußballweltmeisterschaft, wie Familienväter und Kinder und junge Frauen fröhlich und unbefangen die schwarz-rot-goldene Fahne schwenkten, und wie gut es sich anfühlen konnte, Deutscher zu sein. Es war, als sei eine kollektive Neurose abgelegt worden.
Wir sind, was die anderen nicht sind. Nur, wer sind wir? Das ist die eigentliche Frage, die Sarrazin neu aufgeworfen hat. Übrigens stellen nicht nur wir uns die Frage. Alle Einwanderungsnationen stellen sie sich. In den USA war das Buch “Who Are We?” lange ein Bestseller. Der britische Schatzkanzler Gordon Brown hielt Grundsatzreferate über “Britishness”. Die Dänen stellten einen Kulturkanon auf, der von Andersen über Kierkegaard bis Lars von Trier reichte, um zu ergründen: Was ist dänisch?
Wer wäre bei uns auf der Liste? Ganz sicher Heinrich Heine, Feuerkopf und “Loreley”-Dichter, der von Zensur und Polizei außer Landes getrieben wurde und im Pariser Exil lebte, der von dort aus Deutschland verspottete, sich aber heimlich zurück über die Grenze stahl in seinem “Wintermärchen”.
“Und als ich die deutsche Sprache vernahm / da ward mir seltsam zu Mute / ich meinte nicht anders, als ob das Herz / Recht angenehm verblute.” Wie viel Tiefe und wie viel Liebe das hat! Und wie viel kulturlose Gedankenlosigkeit verrät das Empörungsbeben der Grünen Claudia Roth, die deutsche Sprachtests für Einwanderer “Zwangsgermanisierung” nennt. Wir haben die Wahl zwischen Heines poetischem Patriotismus oder dem ewiggestrigen, dickfelligen Multikulti-Sirtaki einer Stadtfestindianerin, die mit jedem Stampfer ihrer touristischen Lebenslust ein politisches Statement abgibt. Einige haben sich bereits entschieden.
Leitkultur als Selbstverständigung
Die Kanzlerin lernt. Vermutlich interessiert sie sich in Wahrheit so wenig für Ausländer oder den Islam oder dieses ganze Kultur-und-Religions-Gedöns wie Bundespräsident Wulff. Aber sie will wiedergewählt werden. Deshalb hat sie Sarrazin zunächst verurteilt. Und hat sich – aus dem gleichen Grund – jetzt seine Position angeeignet, als sie die “Multikultigesellschaft für gescheitert” erklärte. Warum sie nur sein Buch zunächst als “nicht hilfreich” bezeichnet hat? Da hat sie sich wohl einfach verzockt.
Ein Gespräch über Leitkultur aber müsste fernab vom Zynismus der Politik und ihren opportunistischen Integrationsrednereien stattfinden. Es müsste eine nationale Selbstverständigung sein, klug und nachdenklich, aber auch zukunftsgewandt und optimistisch. Es wäre ein Gespräch darüber, was uns so wichtig ist, dass wir es verteidigen würden.
Doch die Frage nach der religiösen Identität, die Bundespräsident Wulff in seiner Einheitsrede aufgeworfen hat, birgt eine ganz unbeabsichtigte Pointe. Denn es mag ja gar nicht mehr infrage stehen, dass der Islam inzwischen nach Deutschland gehört. Die Frage ist vielmehr, ob das Christentum noch dahingehört und “ganz selbstverständlich” die Grundlage bildet.
Die Debatte über Leitkultur ist spannend. Nicht für die anderen, sondern für uns.
ich finde wir sollten uns über eine europäische leitkultur verständigen , eine rein deutsche greift ,meines erachtens ,zu kurz. es ist klar das es sie gibt aber für die integrations debatte halte ich sie zu ,äh, klein. ich würde es besser finden über eine zivilisations bestimmung eine richtungsgebende ebene zu erreichen. warum? ich denke wegen 2 punkten. 1.) unsere zivilisation, die manche ja mit postmodern bezeichnen ist gerade in einer sinn krise. es würde also helfen sie mal postiv zu bestimmen um dann vielleicht auch löungsansätze für die zukünftige mögliche richtung zu sehen oder zu finden. und 2.) wir sind, also unsere zivilisation ist, unter attacke. wir werden vom Islam angegriffen, der sich ausrechnet ,jetzt endlich seinen 1400 jährigen kampf um die weltbeherrschung gewinnen zu können.was durchaus möglich ist ,wenn alle beteiligten länder sich auf singuläre leitkultursuche begeben und sich dabei völlig verzetteln, wie man ja zur zeit schön in deutschland besichtigen kann, anstatt sich auf einer höheren ebene als partner einer (shared) zivilisation zu verstehen, die dann auch stark gegen den islam antreten kann.der islam hat das schon längst begriffen , die umma ist in bewegung, weltweit, aber wir deutschen labbern über goethe und schiller und demonstrieren gegen bahnhöfe und stromkonzerne.
An unsere Mitbürger,
wir sollten möglichst keine trojanischen Pferde mehr nach Europas lasse – aller höchstens ausgewählte gebildete aber andere sollten in ihren Ländern bleiben und dort ihre eigene Kultur aufbauen, egal welche, denn ihre Länder müssen auch mit den ungebildeten fertig werden und sie nicht einfach abschieben in die reicheren Länder, die somit auch ihre Kultur verlieren. Egal welches Land, aller Länder brauchen gebildete Menschen, das ist nicht immer gleich zu stellen mit studieren aber mit guter allgemein Bildung und die westlichen europäischen Länder sind keine Aufnahmestation für Wirtschafts und Bildungsarme Flüchtlinge !!!!
Polemik = Freiheit
So, geschafft bei meinem FB -Freund, mal wieder in den Blog zugucken. Werde ihn nachher in meinem in den Blogroll einpflegen. Schadet in keinster Weise.
Ich denke bei der Einwanderungsfrage sollten wir schon genauer hingucken lassen. Nicht das hier jemand denkt, ich will hier Gedanken, der Ausgrenzung preis geben. Mir geht es vielmehr darum: Das wir erstmal Menschen, die in ihren Ländern auf Grund ihres Wesens Repressalien befürchten müssen, den Weg zu uns ebnen. Wie z B Homosexuelle Menschen aus Afrika, die da auch auf Absehbarer Zeit kein sicheres Leben führen können. Da sie dort Anfeindungen, körperliche Gewalt und Folter im besonderen Maß erfahren. Aber hier gibt es ja noch viel mehr Länder, wo das zutrifft.
So wie im Iran, Sudan, Weißrussland, Russland, Usbekistan, China wo Gefängnis und die Todesstrafen für homosexuelle Lebensentwürfe verhangen werden. Wenn unser Außenminister hier immernoch keine Akzente vom Ansatz hinbekommt um über die diplomatische Schiene, diese Form von Menschenrechtverletzungen zugeiseln.Dann sollten wir all die lesbischen Frauen und schwulen Männer sowie Transgender, wo das zuschaffen ist und zu uns holen.Um sie vor weiteren Strafformen und dem Verlust ihres Lebens zuschützen.
Das wäre mal eine Abteilung in diesem gesamten Kontext, die ich gerne mal klar ins Bewusstsein rücken wollte.Und das sehr,sehr zu Recht!!!