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Archiv für September 2010

YouTube Preview ImageThilo Sarrazin, Thomas Mann, Martin Mosebach: Chefzensor und Videoblogger Matthias Matussek prüft, was als hilfreiche Literatur gelten darf – und was nicht.

Im zweiten Teil des Gesprächs mit Christopher Lesko spricht Matthias Matussek über vergnügte Anarchie in Video-Blogs (“Ich kaspere gerne rum, das war schon in der Schule so”), Qual und Erleichterung beim Schreiben sowie den Umgang mit seiner Lust, noch einmal ins Ausland zu gehen. Matussek erzählt vom Tod seines Vaters, dem Älterwerden, Deutschland-Fahnen am Auto und Liebe als Lebenstreibstoff. Weiterlesen…

Ein Interview mit Matthias Matussek über den SPIEGEL, Sarrazin und die Kirche auf MEEDIA. Hier geht es zum Interview


Erschienen auf SPIEGEL Online am 26. September 2010


Stürmischer, nicht endender Applaus, dann Resolutionen und kämpferische Parolen: In Hamburgs Schauspielhaus schwappte Bürgerprotest auf die Bühne, die phantastische “Hänsel und Gretel”-Premiere endete im Tumult. Der nächste logische Schritt wäre der Sturm aufs Rathaus gewesen.

Regisseur Volker Lösch und Dramaturgin Beate Seidel nannten ihre Produktion “Hänsel und Gretel gehn Mümmelmannsberg”, und diese erzählte genau das: Wie sich das Märchen der Gebrüder Grimm unter den Härtebedingungen der immer weiter auseinanderklappenden Gesellschaft der Hansestadt bewährt, wie es sich spiegelt in Problemvierteln wie im Hamburger Mümmelmannsberg und wie es schließlich in höheren Blödsinn und in alptraumhaftes Kabarett mündet.
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Nachdem Tilo Sarrazin „erfolgreich geächtet“ ist, nehmen die Kommentatoren seine Leser aufs Korn. Spekulationen über eine rechte Sammlungsbewegung schießen ins Kraut. Das Profil der potentiellen Mitglieder: Männlich, allein, frauenhassend. Ich habe sie erlebt.
Nun, nachdem sich die ersten Hysterien abgekühlt haben, kann die Sarrazin-Diskussion in die zweite Runde gehen. In die Politik. In die Gremien. In die Lesesäle. In die Nachhaltigkeit. Der Bundespräsident, der vorgeprescht war, ist angeschlagen, worüber die SPD frohlockt, die allerdings jetzt das gleiche Problem hat: wie werden wir Sarrazin los? Diesen Beitrag weiterlesen »

Natürlich hat Thilo Sarrazin neben vielem anderen auch die Frage nach der Leitkultur neu auf den Tisch gebracht.
Wie selbstverständlich und unverkrampft ausländische Kollegen über Deutschland und die Suche nach sich selbst und sein neues Selbstbewußtsein schreiben können, beweist Nicholas Kulish in der New York Times

Lesenswert auch die Forumsbeiträge dazu…und selbstverständlich mein Buch “Wir Deutschen” das hier (unter Bücher) bestellt werden kann

Mehr als eine Viertelmillion Leser, mehr als 1200 Forumsbeiträge: SPIEGEL-Redakteur Matthias Matussek, der Provokateur Sarrazin im Kern recht gibt, hat extreme Reaktionen hervorgerufen. Viele positive – aber mancher Leser äußert sich auch erschüttert. Mehr…


Erschienen auf SPIEGEL Online am 6. September 2010


Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt: die Wut von Leuten, die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.

Nichts ist mehr wie es war. Es ist die Saison des Volkszorns, längst wächst der Fall Sarrazin über Sarrazin hinaus. Er ist viel größer als der Mann oder das Buch.

Im Fall Sarrazin geht es um den Fall Merkel, um den Fall SPD, um das politische und publizistische Establishment in Deutschland. Sarrazin ist zur Chiffre geworden für die Empörung darüber, wie das Justemilieu der Konsensgesellschaft den Saalschutz losschickt, um einen verstörenden Zwischenrufer nach draußen zu eskortieren. Und ihm auf dem Weg nach draußen zuzischelt: “Wir werden dir Toleranz schon noch einbimsen.”
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Längst ist der Fall Sarrazin über Sarrazin hinaus. Viel größer als der Mann oder das Buch. Im Fall Sarrazin geht es um den Fall Merkel, um den Fall SPD, um das politische und publizistische Establishment in Deutschland. Sarrazin ist zur Chiffre geworden für die Empörung darüber, wie das juste milieu der Konsensgesellschaft den Saalschutz losschickt, um einen verstörenden Zwischenrufer nach draußen zu eskortieren. Und ihm auf dem Weg nach draußen zuzischelt: „Wir werden Dir Toleranz schon noch einbimsen.“ Diesen Beitrag weiterlesen »