Archiv für Dezember 2009
Erschienen in DER SPIEGEL 53 / 2009

Damien Hirsts Glitzerschädel ist 75 Millionen Euro wert, aber nach dem Börsencrash malt er wieder selbst.
Ein Totenkopf aus Platin und Diamanten, das teuerste Kunstwerk der Gegenwart – mit welchem Emblem ließe sich die vergangene Dekade besser bezeichnen, die eine aus Größenwahn und Zusammenbruch, aus Verblendung und Verderben war.
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Als ich im November 1989 im Palasthotel am Alexanderplatz eincheckte, hatte ich ein Mobiltelefon dabei, das die Größe eines Werkzeugkoffers hatte. Das war die Gefechtslage, von heute aus gesehen: Wir waren rückständig, aber die anderen waren es noch viel mehr.
Alle Westjournalisten trugen diese Kästen. Wir sahen aus wie ein Trupp von Monteuren. Wenn Lenins Formel gilt, dass Kommunismus “Sowjetmacht plus Elektrifizierung” bedeute, war klar: Hier war er gescheitert – die Stadt war dunkel, die Fassaden blatternarbig.
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