Der neue Matussek ist da!

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Archiv für Oktober 2008

Sie wurden gefeiert und verdammt, die 68er in ihrem Jubiläumsjahr. Unerzählt
blieb die Geschichte ihrer jüngeren Brüder zwischen Kifferei und Anarchie. Matthias Matussek,
holt dies nach. In einer bunten Collage aus Essays, Reportagen und Kurzgeschichten erzählt er vom Werdegang eines Jesuitenschülers, der als 16-jähriger in eine maoistische WG gerät, sich später aufmacht nach
Indien und schließlich zum Journalismus findet. In der Alternative zwischen Terror und Krach entschied sich Matussek – Jahrgang 1954 – für den Krach, für Nonsens, für frühen Punk.
Sein Buch ist kein Scherbengericht, im Gegenteil. Unter dem apokalyptisch verhängten Himmel
der Gegenwart plädiert er für den Aufbruch als jugendliches Recht.

Annemarie Stoltenberg vom NDR sagt zum Buch:
Matthias Matussek jongliert kühn mit Sonnenaufgängen und Weltuntergängen, zwischen Pop-Lyrismen und Klischees lässt er überraschende Erkenntnisse funkeln; er kann pathetisch sein, daneben hauen und bewundern, nur langweilen kann er nicht.

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Erschienen in SPIEGEL Ausgabe 44 / 2008

SP0844
Kapitalismus oder doch noch mal Sozialismus? Die Finanzkrise bringt die Welt aus den Fugen – und erweckt wieder totalitäre Sehnsüchte.

Eines ist sicher: Dass der Bundespräsidentenkandidat, ein ehemaliger Fernsehkommissar aus den neuen Bundesländern, die Verhaftung des Deutsche-Bank-Chefs anregt, gehört zu den Glossen, die man vor ein paar Wochen noch ausrangiert hätte – zu unwahrscheinlich, und dann auch nicht so wahnsinnig komisch.
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Erschienen in SPIEGEL Ausgabe 42 / 2008

SP0842

Eine Reise in sechs Aufzügen

Was in diesen Tagen zusammenbricht, ist nicht nur der Finanzmarkt, sondern ein Glaubenssystem, und da ist es gut zusammenzurücken. Am besten, man bleibt unter sich. Im Hamburger Hauptbahnhof steht der Zug nach Berlin, und an einem Vierertisch der ersten Klasse unterhalten sich Geldmacher übers Geldmachen. Meistens schütteln sie den Kopf. Der Dax steht schon wieder am Abgrund und überlegt sich, wie tief er heute springt.
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