Der neue Matussek ist da!

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Archiv für Oktober 2005

Palasthotel

Sechzehn Jahre ist es her und schon vergessen. Was vom Fall der Mauer übrig blieb, sind ein paar Fernsehbilder, ein kleiner Vorrat von Zitaten und Klischees.
Matthias Matussek war dabei und hat alles festgehalten: das Gewühl der Demonstranten vor dem ZK, die Geisterfahrten durch die Provinz, die Freude und die Gier, den Wirrwarr und die Wut. Ein Dreivierteljahr hat er sich eingenistet im Ost-Berliner Palasthotel, Zimmer 6101. Hautnah beschreibt er die Fassaden und die Hintertreppen der “Wende”, die eher einer riesigen Karambolage glich. Und er verschweigt auch nicht die Schäden, die der Zusammenstoß zweier Gesellschaftssysteme zur Folge hatte und die bis heute schmerzen.

Der Bund schreibt:
Matussek ist zum Reporter geboren. Seine Reportagen sind dicht, manchmal schockierend unsentimental, sprunghaft, weil er bis zur Erschöpfung alle Eindrücke in sich aufsaugt, aber auch witzig und voller überraschender Bilder und Assoziationen; diese Reportagen waren damals und sind auch heute etwas vom Eindrücklichsten, was es über diese Zeit zu lesen gibt.

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